Paderborns Konkurrenzkampf wird immer schärfer: Sebastian Vasiliadis, Kai Pröger und Jamilu Collins stehen nicht mal mehr im Kader
„Es geht nicht um Namen, es geht um den Verein“

Paderborn (WB) -

Der langjährige Kapitän gab vergangene Woche entnervt auf: Nach fast 20 Jahren im Verein löste Christian Strohdiek seinen Vertrag beim SC Paderborn 07 und schloss sich dem Zweitligakonkurrenten Würzburger Kickers an. Weitere Abgänge könnten bis Transferschluss am 2. Februar noch folgen.

Mittwoch, 13.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 16:00 Uhr
Jamilu Colins, Kai Pröger und Sebastian Vasiliadis (von links). Fotos: Oliver Schwabe (2)/Wilfried Hiegemann
Jamilu Colins, Kai Pröger und Sebastian Vasiliadis (von links). Fotos: Oliver Schwabe (2)/Wilfried Hiegemann

Der Konkurrenzkampf beim SCP ist aktuell bekanntlich sehr viel schärfer als noch vor wenigen Monaten in der 1. Liga. Das musste auch Strohdiek erkennen, der seit Saisonstart nicht eine Minute auf dem Platz stand. „Ich habe keine Perspektive mehr gesehen, deshalb musste ich die Reißleine ziehen“, begründet der 32-Jährige seinen Wechsel.

Strohdiek war im Abwehrzentrum die Nummer vier und stand nur noch fünfmal ohne Einsatz im Kader. Auf dem Abstellgleis stehen mit Jamilu Collins, Sebastian Vasiliadis und Kai Pröger im Moment auch noch drei andere, die im Aufstiegsjahr 2019 zu den Leistungsträgern zählten.

Beispiel Jamilu Collins: Der nigerianische Nationalspieler wurde in diesem Jahr von Steffen Baumgart noch gar nicht nominiert. Seit 2017 im Verein, war der 26-Jährige maßgeblich am Durchmarsch bis in die Bundesliga beteiligt, Baumgart gibt aber Leihspieler Chima Okoroji (SC Freiburg) den Vorzug und begründet das mit den Offensivqualitäten des 23-Jährigen: „Seine Läufe nach vorne, die Sprints und die Vorbereitungen sind besser. Jamilus Stärken liegen mehr im Zweikampfverhalten, er sorgt für Stabilität.“ Der Vertrag von Collins läuft in fünf Monaten aus. Wenn es noch einen Käufer gibt, würde ihn der SCP abgeben.

Beispiel Sebastian Vasiliadis: Als Abräumer vor der Abwehr glänzte der 23-Jährige seit 2018. Auch er war 2019 ein Aufstiegsgarant, doch mittlerweile hat ihm besonders Rückkehrer Ron Schallenberg (SC Verl) den Rang abgelaufen. Svante Ingelsson, Max Thalhammer und Julian Justvan kann Vasiliadis im Mittelfeld aktuell ebenfalls nicht verdrängen. Seit vier Pflichtspielen wird der Deutsch-Grieche nicht mal mehr in den Kader für den jeweiligen Spieltag berufen. „Vermisst einer Vasi, oder geht es nur um die Person Sebastian Vasiliadis?“, antwortet Baumgart auf Nachfragen mit einer Gegenfrage. Es gehe nicht nur um Trainingsleistung, es gehe auch darum, dass der Verein immer an erster Stelle stehen müsse, betont der 49-Jährige. In diesem Zusammenhang erwähnt er zwar nicht explizit den Namen Vasiliadis, da der Ex-Aalener aber wechselwillig ist (Kandidaten: Arminia Bielefeld, PSV Eindhoven), liegt der Verdacht nahe. Außerdem stellt Baumgart klar: „Wenn es nur noch um Verlängerung, Auflösung, Kommen, Gehen und anderes Gerede geht, leidet die Leistung. Und dann ist am Ende auch der Verein nicht mehr leistungsfähig.“ Der Vertrag von Vasiliadis läuft im Sommer ebenfalls aus. Auch ihn würde der SCP bei einem lukrativen Angebot abgeben.

Beispiel Kai Pröger: Zum ersten Mal in dieser Saison stand der 28-Jährige gegen Aue nicht im Aufgebot. In Düsseldorf schon erstmals ohne Einsatz, setzte Baumgart nun noch einen drauf. „Marcel Heller hat sich rantrainiert, er bringt viel Erfahrung mit“, sagt der Trainer und verrät auch, warum noch zwei andere Außenstürmer aus dem Kader der Ostwestfalen vor Pröger sind: „Kai ist fleißig, aber Sven Michel schießt uns im Moment zu den Siegen und auch Chris Führich ist im Abschluss besser.“

Es geht nicht um Namen. Es geht nur um den Klub. Das bekräftigt Steffen Baumgart immer wieder. Auch wenn seine Begründungen plausibel sind, einfach macht sich der Fußballlehrer seine Entscheidungen trotzdem nicht. Nur in einem Fall: „Vasi, Kai und Jamilu waren ganz wichtige Puzzleteile in unserem Spiel, Streli Mamba nicht. Er war für mich nie so wichtig, wie er von außen oft gemacht wird.“

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