Paderborns Leihgabe Chima Okoroji ist mit seiner bisherigen Leistung nicht zu 100 Prozent zufrieden
„Ich habe noch Luft nach oben“

Paderborn -

Es gibt Spieler, auf die verzichtet ein Trainer äußerst ungern. Unter Steffen Baumgart hatte Jamilu Collins beim SC Paderborn über drei Jahre so einen Status.

Freitag, 15.01.2021, 02:41 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 02:50 Uhr
Chima Okoroji
Chima Okoroji Foto: Wilfried Hiegemann

Den Nationalspieler Nigerias aus der Startelf zu verdrängen, war für Leihspieler Chima Okoroji eine große Aufgabe. Doch der 23-Jährige ist erste Wahl, auch im Auswärtsspiel am heutigen Freitag bei der SpVgg Greuther Fürth (18.30 Uhr, Sky).

Das ist durchaus bemerkenswert, zumal der geborene Münchner wochenlang ausgefallen war. Im Abschlusstraining vor der Partie am dritten Spieltag in Heidenheim verletzte er sich ohne Fremdeinwirkung. „Ich bin nach einer Flanke unglücklich aufgekommen und habe sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sich Okoroji. Zwei Bänder im rechten Sprunggelenk gerissen, dazu eine Einblutung an der Kapsel: So lautete die Diagnose. „Es war nicht mein erster Bänderriss, aber es waren Schmerzen, die ich so nicht kannte. Die Stelle war empfindlich, daher hat es etwas länger gedauert“, mutmaßt er. Mehr als zwei Monate vergingen, bis er am 11. Dezember in Bochum in die Startelf zurückkehrte.

Okoroji gibt zu, dass er genervt gewesen sei und sich viele Gedanken gemacht habe. Geholfen hätten ihm viele Gespräche: mit dem Trainer, den Physios und auch seinem direkten Konkurrenten. „Jamilu hat immer wieder gefragt, wie es mir geht. Wir kommen super mitein­ander klar“, sagt Okoroji.

Dass Collins nach wie vor Abwanderungsgedanken hegt, spielt ihm in die Karten. Hauptverantwortlich für seine Spielanteile sind aber seine sportlichen Qualitäten, wie Baumgart klarstellt: „Chima hat eine super Geschwindigkeit, passt mit seiner offensiven Spielweise sehr gut zu uns und weiß noch gar nicht, was er kann.“ Okoroji glänzt mit Flanken und Standards. Beim 2:1 am Sonntag gegen Aue köpfte Dennis Srbeny eine Hereingabe des marschierenden Linksverteidigers an die Latte, später traf dieser selbst per Freistoß das Aluminium.

Und defensiv? „Chima ist in den Zweikämpfen nicht so klar und arbeitet häufig zu sehr mit sich selbst. Aber Fehler gehören bei einem noch nicht fertigen Spieler dazu“, meint Baumgart. Gegen den HSV und in Düsseldorf war Okoroji an Gegentoren beteiligt und gibt sich selbstkritisch: „Ich habe gebraucht, in Rhythmus zu kommen und bin noch nicht richtig in meinem Element. Fehler beschäftigen mich sehr. Ich habe zwar das Gefühl, es wird von Woche zu Woche besser, aber ich habe definitiv noch Luft nach oben“, sagt er. So erklärt es sich, dass er sich trotz Stammplatz auf dem Zwischenzeugnis nur eine 3- geben würde, die Mannschaft insgesamt bekommt von ihm eine 3+. „Wir haben klasse Spieler, aber Fehler werden in dieser Liga sofort betraft. So haben wir einige Punkte verschenkt, speziell das 2:2 nach 2:0-Führung gegen Braunschweig hat uns alle sehr geärgert“, urteilt er.

Die Paderborner Noten sollen am Fürther Ronhof verbessert werden. „Greuther Fürth spielt eine super Saison, aber dieser Gegner müsste uns liegen. Ich freue mich sehr auf dieses Spiel, das könnte sehr attraktiv werden“, sagt Okoroji.

Zu schönem Fußball möchte auch er beitragen. Bis zum Sommer ganz sicher beim SCP, was nach der Leihe passiert, ist offen. Die Ostwestfalen besitzen keine Kaufoption, so dass der SC Freiburg die Karten in der Hand hält. Dort hat Okoroji Vertrag bis 2022. „Natürlich möchte ich in die Bundesliga, aber ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung erst nach der Saison fällt“, sagt er, der zuvor ein Jahr an Ligarivale Regensburg ausgeliehen war.

Geht es nach Baumgart, bleibt Okorojis sportliche Heimat Ostwestfalen: „Wenn wir eine Mannschaft aufbauen wollen, können wir nicht immer wieder gute Jungs abgeben, sondern müssen aus ihrer Entwicklung auch selbst Kapital schlagen.“ Manager Fabian Wohlgemuth hat die Worte seines Coaches registriert und sagt: „Wichtig ist, dass Chima seine Leistung stabilisiert. Aber insgesamt sind wir zufrieden mit ihm.“ Es gibt noch einen Grund, warum Okoroji beim SCP verlängern sollte: ein Spiel mit Zuschauern in der Benteler-Arena. Das hatte er noch nicht, und gibt zu: „Vor Fans zu spielen, fehlt mir sehr.“

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