Trainer Baumgart und Manager Wohlgemuth verteidigen die Last-Minute-Transfers des SC Paderborn
„Das hat alles Sinn gemacht“

Paderborn -

Das Thema war schon vorher aufgekommen, doch spätestens nach dem Pokal-Aus beim Zweitligisten Holstein Kiel stellte sich beim FC Bayern München mehr denn je die Frage: Waren die späten Transfers zum Ende der Wechselperiode Anfang Oktober allesamt Fehleinkäufe? Auch beim SC Paderborn gibt es diese Diskussion.

Dienstag, 19.01.2021, 03:17 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 07:16 Uhr
Marcel Heller, Aristote Nkaka, Prince Owusu und Marco Terrazzino (von oben links im Uhrzeigersinn) kamen erst im Oktober zum SC Paderborn. Einen Stammplatz beim Zweitligisten hat keiner. Fotos: Wilfried Hiegemann
Marcel Heller, Aristote Nkaka, Prince Owusu und Marco Terrazzino (von oben links im Uhrzeigersinn) kamen erst im Oktober zum SC Paderborn. Einen Stammplatz beim Zweitligisten hat keiner. Fotos: Wilfried Hiegemann

Bei den Bayern spielen Bouna Sarr, Eric Choupo-Moting, Diego Costa und Marc Roca kaum eine Rolle und wenn sie dann ran dürfen, verstärken sie, gelinde ausgedrückt, den Triple-Sieger des vergangenen Jahres nicht. Paderborns Trainer Steffen Baumgart kann die diesbezügliche Kritik am Rekordmeister aber nicht nachvollziehen: „Ich finde die Bewertung nicht in Ordnung. Sie haben doch Choupo-Moting nicht geholt, damit er Robert Lewandowski verdrängt. Aber Lewandowski und Thomas Müller haben 2020 mehr als 50 Spiele bestritten, da muss man als Verein reagieren Die Bayern sind immer noch die beste Mannschaft in der Bundesliga. Da gibt es andere, die enttäuschen.“

Der SCP ist eine Etage tiefer keine Übermacht, liegt aber im Soll. Was auffällt: Die Bilanz der Last-Minute-Neuzugänge ist ähnlich (schlecht) wie die der Münchner. Baumgart zeigt sich mit den spät Dazugestoßenen jedoch keineswegs unzufrieden: „Zu dem Zeitpunkt hatten wir Verletzungsprobleme, die es so vorher nicht gegeben hatte. Wir haben die vier nicht verpflichtet, damit sie sofort spielen, sondern um uns in der Breite besser aufzustellen. Das hat alles Sinn gemacht.“ Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth urteilt ähnlich: „Um die Konkurrenzsituation optimal zu gestalten, waren diese Transfers eminent wichtig. Es ist ein Glück, dass diese Spieler da sind.“ Obwohl sie nicht so oft auf dem Rasen stehen.

Vorweg: Die Quote der Sommer-Zugänge beim Absteiger kann sich sehr wohl sehen lassen. In Person von Chris Führich, Chima Okoroji, Julian Justvan und Maxi Thalhammer sowie der Rückkehrer Ron Schallenberg und Johannes Dörfler haben sich gleich sechs Neue einen Stammplatz erkämpft. Auch Svante Ingelsson, der nach dem ersten Spieltag Ende September dazustieß, kommt auf viele Spielanteile und stand zwölfmal in der Startelf.

Anders verhält es sich bei den vier Spielern, die kurz vor Schließen des Transferfensters am 5. Okotber oder als vertragslose Kicker noch danach verpflichtet wurden. Der ausgeliehene Aristote Nkaka, Prince Owusu und Marcel Heller standen noch nicht ein Mal in der Startelf. Während Owusu stets zum Aufgebot zählte und als Back-up von Dennis Srbeny immerhin 13-mal und damit in jedem Spiel, seit er da ist, eingewechselt wurde, bewegen sich Nkaka und Heller zwischen Tribüne und Bank. Zuletzt gehörten sie zum Aufgebot, beide bringen es bis dato auf fünf Einsätze.

Ein Tor gelang noch keinem von ihnen, im Gegensatz zu Marco Terrazzino. Der Ex-Freiburger hinterlässt von dem erwähnten Quartett bislang den besten Eindruck, stand zwölfmal auf dem Feld, traf gegen Regensburg und durfte gegen Braunschweig auch ein Mal von Beginn an auflaufen. Nur beim Pokalsieg kurz vor Weihnachten bei Union Berlin und beim 2:1 vor neun Tagen gegen Aue musste er 90 Minuten zusehen. „Terra und Prince haben uns schon richtig geholfen, aber auch Marcel und Ari sind bestens integriert, arbeiten gut und legen Sonderschichten ein. Bei Marcel beispielsweise darf man nicht vergessen, dass er ein halbes Jahr nicht gespielt hat“, sagt Baumgart.

Und wie geht es weiter? Dass der Verein die Leihe bei Nkaka fortsetzt oder ihn fest verpflichtet, ist unwahrscheinlich, auch eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages von Heller ist nicht zu erwarten. Bei Terrazzino werden die nächsten Wochen und Monate entscheiden, Owusu ist bis 2022 an den SCP gebunden.

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