Paderborns Außenstürmer Kai Pröger über den SC Paderborn und seine USA-Pläne
„Fußball ist mein Leben“

Paderborn -

Es waren am Samstag gegen Sandhausen nur sieben Minuten Spielzeit, aber Kai Pröger fühlte sich wie nach einem Neustart: „Jetzt gehöre ich wieder dazu.“

Dienstag, 23.02.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 19:00 Uhr
Ein jubelnder Kai Pröger in der Arena: So will sich der 28-Jährige bald wieder sehen.
Ein jubelnder Kai Pröger in der Arena: So will sich der 28-Jährige bald wieder sehen. Foto: dpa

Welche Rolle der 28-jährige künftig beim SC Paderborn 07 spielt, bleibt aber weiter offen. Die nächste Chance könnte er schon heute Abend (18.30 Uhr/Sky) im Nachholspiel gegen den 1. FC Heidenheim bekommen.

Er spielte nicht, er stand wochenlang noch nicht einmal im Kader, dennoch sorgte Pröger in Paderborn für einige Schlagzeilen. Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT bezog er nun zum ersten Mal Stellung: „Ja, es stimmt. Es gibt ein konkretes Angebot aus den USA.“ Real Salt Lake aus der Major League Soccer (MLS) will den gebürtigen Wilhelmshavener in die USA locken ( WB vom 9. Februar ), bisher aber vergeblich. Innerhalb der Familie wurde über das Thema viel diskutiert, am Ende entschied sich Pröger (zunächst) dagegen. „Ich kenne meine Qualität und sehe mich in der deutschen 2. Liga. Hier passe ich hin, hier will ich spielen und deshalb ist das meine allererste Option“, machte Pröger deutlich.

Die Sätze lassen schon erahnen, wie sehr der werdende Vater (im Mai soll seine Tochter geboren werden) in den vergangenen Monaten gelitten hat. Selbstzweifel gehörten da genauso dazu wie Unverständnis, Ratlosigkeit und sehr viel schlechte Laune: „In meinem Leben baut sich ganz viel auf Fußball auf. Das ist mein Leben. Wenn ich auf dem Platz stehen darf, ist der Rest auch in Ordnung.“

Diese „Unordnung“ lief über acht Pflichtspiele. Praktisch mit dem Jahreswechsel sortierte Trainer Steffen Baumgart den Rechtsaußen aus und holte ihn erst vor drei Tagen zurück ins Team. „Kai ist ins Rollen gekommen. Er hat gezeigt, dass er unbedingt rein will“, begründete Baumgart den Schritt.

Zwei auffällige Szenen (85./89.) hatte der Flügelflitzer in den paar Minuten gegen Sandhausen (2:1) noch, ob er heute Abend mehr Zeit bekommt, um sich in Szene zu setzen, hat Baumgart noch nicht entschieden. Doch auch davon hängt es ab, wo Pröger seine Zukunft sieht: „Ich liebe es, zu spielen und habe richtig Bock auf Paderborn. Aber wenn ich langfristig nur noch wenige Einsatzzeiten bekomme, würde es für beide Seiten kaum noch Sinn machen.“ Einen Transfer innerhalb der Liga strebt er dann an, die USA bleiben aber im Blickfeld: „Das ist immer eine Möglichkeit, auch wenn sie bei mir nicht ganz weit oben steht.“

Wobei auch die Zeit etwas drängt. Pröger, noch bis zum 30. Juni 2022 beim SCP unter Vertrag, wird in wenigen Wochen 29. Als Sprinter auf der Außenbahn ist damit seine Laufbahn begrenzt. Auch wenn der Spätstarter für sich Vorteile entdeckt hat: „Ich habe vor zweieinhalb Jahren noch Regionalliga gespielt, mein Körper wurde da ganz anders belastet. Ich bin deshalb sicher, dass ich zwei oder drei Jahre länger auf diesem hohen Niveau spielen kann als viele meiner Kollegen.“

Wobei das mit dem spielen gerade so eine Sache ist. Über immer längere Einsatzzeiten den Platz in der Startelf zurückerkämpfen – so sieht Prögers Plan aus. Wie schnell alles gehen kann, erlebt er gerade. Allerdings in beide Richtungen.

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