Mo., 08.02.2016

Mit Video: Ostwestfalen feiern Rosenmontag Jecken trotzen dem Sturm

Auch die Steinheimer trotzen dem Regen.

Auch die Steinheimer trotzen dem Regen. Foto: Oliver Schwabe

Kreis Höxter/Delbrück (WB). Karnevalisten in Ostwestfalen-Lippe haben am Montag dem Sturm getrotzt. 

Delbrück

Am Vormittag haben die Narren das Delbrücker Rathaus gestürmt. Das historischen Kranzkönig-Reiten auf der Wiese gestaltete sich in verkürzter Form, da der Boden vom Regen aufgeweicht war. Letztlich konnte sich Dirk Meier den Kranz am Galgen angeln und durchsetzen. Er wählte seine Ehefrau Sandra zur Kranzkönigin. Am Mittag soll entschieden werden, ob der Umzug am Nachmittag stattfinden wird.

Prinz Karneval Wigbert I. Foto: Jörn Hannemann

Am Mittag entschied der Delbrücker Karnevalsverein Eintracht von 1832 in Absprache mit Bürgermeister Werner Peitz, Feuerwehr und Ordnungsamt, den Umzug um 14.01 Uhr stattfinden zu lassen. Der Zug wird anders als geplant nur einmal durch die Stadt führen. Es gibt keinen Rückweg. Die Verantwortlichen sprachen von einem Zeitfenster, dass sie nutzen wollen, in dem das Wetter sich hält.

Delbrück riskiert es: Bürgermeister Werner Peitz weist auf das kreisweite Alarmsystem für den Kreis Paderborn hin, dass Stand 12 Uhr grünes Licht und »keine Warnung« für Delbrück anzeigt. Foto: Jörn Hannemann

Die Feuerwehr wollte eigens eine Wetterstation in Delbrück aufbauen, um vor Ort Daten zu erheben. Sollte sich herausstellen, dass die Böen sich verschlimmern, kann die Feuerwehr den Zug durch Durchsagen abbrechen und auflösen. 

Beverungen

Der Umzug in Beverungen wird stattfinden. Ausgenommen werden auf Veranlassung des Ordnungsamtes Wagen mit großen Aufbauten sowie bemannte Gefährte. Das bedeutet für die Majestäten Prinzessin Maria und Prinz Daniel, dass sie in diesem Jahr zu Fuß unterwegs sein werden – wie alle Jecken in Beverungen. Manche greifen deshalb auch auf Bollerwagen zurück.

Teile der Garde des Beverunger Prinzenpaares feiern mit pinken Perücken. Foto: Frank Spiegel

Nieheim

Auch in Nieheim gehen die Jecken auf die Straße. Der närrische Lindwurm  besteht aus 17 Motivwagen, 22 Fußgruppen und sechs Musikkapellen. Damit sind etwa 1500 Aktive auf der Straße. An den Seiten werden mehrere Tausend Besucher erwartet. Themen der einzelnen Motivwagen sind der Fifa-Skandal, der VW-Skandal, Familie Feuerstein, die Serie Baywatch oder eine Unterwasserwelt.

Auch Pusteblumen sind in Nieheim unterwegs. Foto: Harald Iding

Fürstenberg

Auch in Fürstenberg gingen die Karnevalisten am Montag auf die Straße. Dort zeigte sich sogar blauer Himmel.

Karnevalisten in Fürstenberg Foto: Besim Mazhiqi

Peckelsheim

Mit tollen Verkleidungen, witzigen Einfällen und jede Menge Kamelle haben die Karnevalisten beim närrischen Lindwurm in Peckelsheim Hunderte Besucher erfreut. »Pickel Jauh« schallte es durch den Ort. Umjubelt von den Zuschauern, zogen die Würdenträger und Tollitäten der Session, Prinz Christian II. (Faber) und Prinzessin Johanna I (Fritsch) sowie das Kinderprinzenpaar Simon I. (Mundus) und Delia I. (Friesen) fröhlich durch die Straßen.

Die Handtasche muss lebendig sein, sagte einst TV-Model-Coach Bruce Darnell. Die Peckelsheimer Damen haben es umgesetzt. Foto: Ralf Benner

Steinheim

50 Wagen gab es in Steinheim zu sehen, sieben mehr als noch vor einem Jahr. Kleine Anekdote: Bislang wurde Regenwetter zum Steinheimer Karneval immer nach dem ehemaligen Prinzen Markus Struck benannt. Das hat sich mit dem diesjährigen Sturmtief geändert. »Es boingt« sagen die Steinheimer nun – bezogen auf den Spitznamen des amtierenden Prinzen Matthias. Er ist laut den Steinheimern bekannt dafür, etwas tolpatschig zu sein.

»Es boingt«, heißt es bei Regenwetter in Peckelsheim. Foto: Oliver Schwabe

Rietberg

Auch wenn der Straßenkarneval in Rietberg abgesagt wurde, ließen sich die feierwütigen Narren am Nachmittag nicht davon abhalten, in den historischen Ortskern zu kommen. Warum auch? Genau zu dem Zeitpunkt, als der große Umzug starten sollte, schien die Sonne bei milden Temperaturen, es wehte nur ein laues Lüftchen. Spontan formierte sich ein kleiner Umzug mit Blasmusik und Fußgruppen. In den Zelten und Kneipen wurde ebenso intensiv gefeiert.

Spontan bildet sich am Nachmittag des Rosenmontags in Rietberg ein kleiner Umzug. Die Musiker geben den Takt dazu vor. Foto: Stefan Lind

Rheda-Wiedenbrück

Von ein bisschen Wind lassen sich die Jecken doch nicht vom Feiern abhalten: Nachdem der Rosenmontagszug am Morgen abgesagt wurde und auch das Festzelt geschlossen blieb, pilgerten die Karnevalisten ins Reethus. Im Mai soll der Straßenkarneval nachgeholt werden.

Im Reethus feierten die Rheda-Wiedenbrücker dann doch noch. Foto: Carsten Borgmeier

Am Morgen sah die Karnevalswelt noch anders aus. Mancherorts  wurden Umzüge abgesagt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3794976?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509674%2F