Mo., 15.02.2016

Polizei meldet Anstieg um zehn Prozent – OWL-Autobahnen sind Unfallschwerpunkt Handy am Steuer: immer mehr Bußgelder

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Symbolbild Foto: Monika Skolimowska/dpa

Düsseldorf (dpa/WB). Wer bei Tempo 50 zwei Sekunden lang aufs Handy-Display schaut, fährt fast 30 Meter im »Blindflug«. Doch immer mehr Autofahrer werden mit Handy am Steuer ertappt.

Die NRW-Polizei registrierte im vergangenen Jahr 140.000 Handy-Sünder. Binnen eines Jahres bedeutet das einen Anstieg um 14.000 Fälle (plus 10,6 Prozent). Die Beamten stellten nach schweren Unfällen 339 Smartphones sicher. In 182 Fällen wurde die Ablenkung durch den Handygebrauch am Steuer als Unfallursache ermitteln – in drei Fällen war er tödlich.

Massiv zugenommen hat die Zahl der verfolgten Tempoverstöße. 2,2 Millionen Verfahren leitete die Polizei ein – ein Anstieg um mehr als die Hälfte. um 9000 auf 56.000 gestiegen ist die Zahl der Verfahren wegen zu geringen Sicherheitsabstands.

Mehr Fußgänger gestorben

NRW-weit stieg die Zahl der Unfälle um 4,6 Prozent auf 610.358. Dabei kamen 521 Menschen ums Leben, das entspricht nahezu exakt der Vorjahreszahl. Es starben sieben Prozent mehr Fußgänger (123).

Die Hälfte hatte den Unfall laut Statistik des NRW-Innenministeriums selbst verursacht. Zwei Drittel der tödlich verunglückten Fußgänger waren Senioren. Die Zahl der getöteten Motorradfahrer stieg in NRW um ein Fünftel auf 83. 

OWL-Autobahnen sind Unfallschwerpunkt

Die Zahl der Unfälle auf den OWL-Autobahnen stieg um acht Prozent auf 2450. Zwölf Menschen, darunter zwei Polizisten, verloren ihr Leben. Im Landesvergleich passieren in OWL pro Autobahnkilometer die meisten Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten.

Seit Einführung des Tempolimits von 120 km/h zwischen Herford und Vlotho gab es dort etwa 20 Unfälle weniger als im Vorjahr. Die Polizei will dort weiter verstärkt Tempokontrollen durchführen.

So sieht die Unfallstatistik für die Region Ostwestfalen-Lippe aus:

Unfälle in Ostwestfalen-Lippe
  Unfälle insgesamt (2014) Anzahl der Getöteten Anzahl der Schwerverletzten Anzahl der Leichtverletzten
Stadt Bielefeld 9934 (9519) 6 (3) 206 (212) 1079 (1207)
Kreis Gütersloh 9924 (9716) 21 (22) 243 (261) 1419 (1369)
Kreis Herford 6533 (6513) 2 (4) 201 (185) 725 (675)
Kreis Höxter 4424 (3890) 9 (6) 167 (1201(56) 374 (369)
Kreis Paderborn 8192 (8107) 14 (16) 383 (349) 1038 (1106)
Kreis Lippe 8828 (8419) 16 (15) 237 (261) 957 (947)
Kreis Minden-Lübbecke 8527 (7208) 16 (17) 225 (252) 967 (1005)

Erfahren Sie mehr Details über die Unfallstatistik in Ihrem Kreis in den Dienstagsausgaben des WESTFALEN-BLATTES.

Kommentare

Große Gefahren im Kreis Gütersloh

Der Kreis Gütersloh hat eine gleichbleibend hohe Anzahl an Verkehrstoten zu beklagen. Einerseits viele Landstraßen in großer Fläche, wo schnellfahrend größere Entfernungen zurückgelegt werden. Andererseits die Renn-Autobahn A2 mit den Unfällen, die durch das oft zu hohe Tempo schlimmste Folgen haben. - So kann das nicht weitergehen, auch zur Schonung der Rettungskräfte und Polizei(2 Tote). Hier muss ein Tempolimit her mit entsprechender Kontrolle, wie in Bielefeld und in den Kreisen Herford und Vlotho. Die uneinsichtigen Raser sind mit ihren übermotorisierten Fahrzeugen häufig überfordert. Auch eine der Verkehrsituation, Tageszeit und Witterungsbedingungen angepasste Geschwindigkeit gilt heute wohl als eine Versager-Handlung, der rasende Kämpfer macht Alle nieder (Autowerbung: "Der Xyz-SUV schlägt alle Limousinen und viele Sportwagen") .

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