So., 28.05.2017

John F. Kennedy wäre am Montag 100 Jahre alt geworden Der Jahrhundertpräsident

Nicht alle Entscheidungen Kennedys waren unumstritten. Dennoch sahen die Menschen zu ihm auf.

Nicht alle Entscheidungen Kennedys waren unumstritten. Dennoch sahen die Menschen zu ihm auf. Foto: dpa

Von Mike-Dennis Müller

Boston/Washington (WB).  Es ist in Zeiten eines Donald Trump  kaum noch vorstellbar, dass der Präsident von Amerika einmal ein Mann war, zu dem sein Volk aufsehen konnte. John Fitzgerald Kennedy war so ein Mann und so ein Präsident. Am Montag wäre er 100 Jahre alt geworden.

Unfehlbar war auch John F. Kennedy nicht: Der zweitjüngste Präsident in der Geschichte der USA lag im Laufe seiner kurzen Amtszeit mehrmals falsch, viele seiner Entscheidungen blieben umstritten.

Die gescheiterte Invasion der kubanischen Schweinebucht etwa war ein Debakel. Damals war Kennedy noch keine 100 Tage im Amt. Das Vorgehen trieb den karibischen Inselstaat noch schneller in die Arme der Sowjetunion. Diese stationierte dort schließlich Mittelstreckenraketen und löste die Kubakrise aus.

»Besser als ein Krieg«

In Deutschland ließ Kennedy den Bau der Mauer geschehen. »Eine Mauer ist verdammt noch mal besser als ein Krieg«, soll er damals gesagt haben. Insgesamt warfen ihm Kritiker immer wieder vor, zu lasch mit den Sowjets umzugehen. In einer seiner bekanntesten Reden stellte er klar, wie sehr Amerika hinter Westberlin stehe: »Ich bin ein Berliner.«.

Auch privat war der Sohn eines vermögenden Investmentbankers nicht so perfekt, wie er es oft gern erschienen ließ. Affären hatte er einige. Und gesundheitlich war er so angeschlagen, wie es kein anderer Präsident nach ihm wieder war. Viele seiner Auftritte waren nur mit Hilfe von Stützkorsett und Schmerzmittel möglich. Wie sehr die vielen Medikamente ihn in seinem Urteilsvermögen beeinträchtigt haben, ist unklar.

Das Land vorangebracht

Sein Land hat er mit Vorstößen wie dem Bürgerrechtsgesetzt, das die Rassentrennung aufhob, ein großes Stück vorangebracht.

»Der größte Feind der Wahrheit ist nicht die Lüge, sondern der Mythos – hartnäckig, verführerisch und unrealistisch«, sagte Kennedy einmal. Zehn Amtszeiten später umgibt ein solcher Mythos das Weiße Haus.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4881343?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509674%2F