Di., 25.06.2019

Dortmunder Freibad muss schließen – Fast 37 Grad in Düsseldorf – Hitzefrei an Schulen Bislang heißester Tag des Jahres – Probleme bei der Bahn

Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr stehen mit Blaulicht vor dem Bahnhof am Flughafen. Aufgrund großer Hitze und eines Ausfalls der Klimaanlagen müssten die Reisenden aus den Waggons eines Zuges geholt werden

Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr stehen mit Blaulicht vor dem Bahnhof am Flughafen. Aufgrund großer Hitze und eines Ausfalls der Klimaanlagen müssten die Reisenden aus den Waggons eines Zuges geholt werden Foto: /dpa

Essen (dpa). Den bislang heißesten Tag des Jahres in NRW hat der Deutsche Wetterdienst am Dienstag registriert. Nach vorläufigen Zahlen wurden am Nachmittag am Düsseldorfer Flughafen 36,8 Grad gemessen. Dies bedeute einen neuen Stationsrekord für Juni, sagte DWD-Meteorologe Erwin Hafenrichter in Essen. Der bisherige Höchstwert lag bei 35,2 Grad.

Von der höchsten jemals in einem Juni in NRW gemessenen Temperatur blieb der Wert aber noch ein Stück entfernt: In Herten im Kreis Recklinghausen hatte das Thermometer im Juni 2002 genau 38,3 Grad angezeigt. Bestätigt sich der Düsseldorfer Messwert, wäre dies auch die höchste am Dienstag vom DWD in Deutschland gemessene Temperatur und der bisherige Jahres-Höchstwert bundesweit.

Sehr warm wurde es am Dienstag auch in Duisburg (35,9 Grad) und Werl (Kreis Soest) mit 35,0 Grad. In den kommenden Tagen lässt in Nordrhein-Westfalen die Temperatur wieder etwas nach. Am Mittwoch werden höchstens noch 34 Grad erreicht, am Donnerstag maximal 29 Grad. In der Nacht wird es jeweils deutlich kühler.

Probleme bei der Bahn

Weil mitten in der größten Hitze die Klimaanlagen in zwei Regionalzügen gestört waren, hat die Deutsche Bahn am späten Dienstagnachmittag Rettungskräfte zum Düsseldorfer Flughafen-Bahnhof gerufen. »Wir hatten selbst die Rettungskräfte informiert«, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Außerdem sollte Wasser für die Betroffenen bereitgestellt werden.

Die Reisenden hätten eigenständig am Bahnhof aussteigen und die nächsten Züge nutzen können. Wegen einer Weichenstörung habe einer der beiden Züge eine Zeit lang auf der Bahnstrecke gestanden, eher er habe weiterfahren können. Wie viele Bahnreisende betroffen waren, konnte die Bahn zunächst nicht sagen.

Nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf fanden die Einsatzkräfte, unter denen auch ein Notarzt war, keine verletzten Fahrgäste vor. Eine als kollabiert gemeldete Person sei selbst aus dem Zug ausgestiegen und habe sich vom Einsatzort entfernt. Der Notarzt habe sich andere Fahrgäste angeschaut - dabei habe sich nicht bestätigt, dass es Verletzte gegeben habe, sagte ein Feuerwehr-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Zunächst war die Bundespolizei davon ausgegangen, dass einer der beiden in der Hitze stehengebliebenen Züge nahe des Düsseldorfer Flughafen-Bahnhofs evakuiert werden müsse. Diese Information habe sich aber nicht bestätigt, sagte eine Sprecherin später.

Eichenprozessionsspinner im Freibad

I n Dortmund ein Freibad geschlossen bleiben – der Eichenprozessionsspinner mit seinen gefährlichen Härchen hatte in einem angrenzenden Park zahlreiche Bäume befallen. Wie lange die Sperrung andauert, war am Dienstag unklar.

Auch in Harsewinkel müssen die Bürger in diesem Jahr gänzlich auf ihr Freibad verzichten. Dort waren verbotene Weichmacher in Beckenfarbe entdeckt worden. Und auch in Büren schauen die Schwimmer in die Röhre: Die beiden Freibäder in Büren müssen ihre Öffnungszeiten einschränken. Grund ist ein Mangel an Schwimmmeistern.

Hitzefrei

An vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen gab es Hitzefrei. Etwa im Kreis Höxter. Am Stadtgymnasium Detmold durften die Schüler der Sekundarstufe I nach der 6. Stunde gehen, am Helmholtz-Gymnasium Essen bereits nach der 4. Stunde.

Dies ist dort auch für Mittwoch geplant, sagte der stellvertretende Schulleiter Rainer Severin. Für die Schüler der Sekundarstufe II findet Unterricht nach Plan statt – »in kühleren oder nicht ganz so heißen Räumen«. Der entsprechende Erlass des Landes sieht kein Hitzefrei für die Oberstufe vor. An Grundschulen mit Ganztagsbetreuung gab es mancherorts verkürzte Unterrichtsstunden, auch in Enger im Kreis Herford galt für die Grundschüler Hitzefrei nach Schulstunde vier.

Wo es kühl ist

An Nord- und Ostsee ist das Meer in dieser Woche weiterhin angenehm frisch. Zwischen 15 und 19 Grad beträgt die Wassertemperatur in der Nordsee, in der Ostsee werden maximal 20 Grad gemessen. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst.

Selbst im Süden können sich Urlauber noch gut abkühlen: An der französischen Mittelmeerküste kommt das Wasser auf 19 bis 23 Grad. Auf Mallorca sind es 22 Grad, in der Adria 23 bis 25 Grad. In Bulgarien hat das Schwarze Meer 24 bis 27 Grad.

Im türkischen Antalya und im Roten Meer werden mit 27 Grad warme Temperaturen gemessen. Noch wärmer ist es nur in der Ferne, zum Beispiel in Thailand oder auf den Malediven.

Abkühlung versprechen in diesen Tagen viele Kirchen wie etwa der Kölner Dom. Darin herrschten am Dienstag angenehme 21 Grad. Wer beim Besuch allzu leicht bekleidet ist, bekommt von den Domschweizern, den Ordnungshütern im Dom, ein Tuch in die Hand, um etwa die freien Schultern zu bedecken. Die Tücher werden am Ausgang wieder abgegeben. Das Tragen von Shorts sei kein Problem, sagte ein Domsprecher.

Vogeltränken aufstellen

Der Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen rief dazu auf, Vogeltränken aufzustellen. Gerade in den Städten fehlten für viele Tiere Möglichkeiten, ihren Durst zu stillen. Die Wasserstellen müssten allerdings täglich gereinigt und das Wasser gewechselt werden, da die Vögel auch gerne darin badeten. Allzu schnell könnten sich sonst Krankheitserreger vermehren.

Den Allzeit-Hitzerekord in Deutschland hält Kitzingen in Bayern: Sowohl am 5. Juli 2015 sowie am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius.

Deutschland ist mit der brütenden Hitze allerdings nicht allein in Europa – auch jenseits der Grenze dreht der Sommer so richtig auf: In Frankreich warnen die Behörden in dieser Woche vor Temperaturen von örtlich um die 40 Grad.

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