Do., 04.07.2019

Tier in Eifelgemeinde ansässig – Senne-Weibchen derzeit unauffällig Land weist drittes Wolfsgebiet aus

Dieser Wolf lebt in einem Tierpark. Einer seiner frei lebenden Verwandten hat sich in der Eifel angesiedelt.

Dieser Wolf lebt in einem Tierpark. Einer seiner frei lebenden Verwandten hat sich in der Eifel angesiedelt. Foto: dpa

Düsseldorf (WB/jmg). Die Landesregierung hat in der Städteregion Aachen das Wolfsgebiet »Eifel – Hohes Venn« ausgewiesen. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen zusammen mit den Gebieten Schermbeck und Senne drei Wolfsgebiete.

Das neue Gebiet deckt die Stadt Monschau, die Gemeinden Roetgen und Simmerath sowie Teile des Kreises Euskirchen ab. In der Pufferzone liegen Städte wie Aachen, Düren oder Mechernich. Laut einer Mitteilung des Landesumweltministeriums legen mehrfache Sichtungen, Schafsrisse, aber vor allem genetische Nachweise nahe, dass ein Wolf im Bereich der Gemeinde Monschau ansässig geworden ist. Es soll sich um ein männliches Tier handeln. »Wir rechnen damit, dass der Wolf vorerst einmal bleibt«, wird NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zitiert. Weil die Region nun als Wolfsgebiet ausgewiesen ist, könnten Halter von Schafen, Ziegen oder Wild ab sofort Förderungen zum Herdenschutz beantragen, heißt es weiter. Auch in der Pufferzone werden Maßnahmen gefördert.

Ruhig ist es indes um die Wölfin geworden, die nach Ansicht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in der Senne ansässig geworden ist. »Wir haben in den vergangenen Monaten nicht viel gehört«, sagt Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Ähnlich äußerten sich einige der Wolfsberater aus Ostwestfalen-Lippe. Deitermann: »Solange sie dort so unauffällig lebt, ist es das, was alle wollen.« Der letzte genetisch nachgewiesene Nutztierriss der Wölfin mit der Kennung »GW1044f« liegt laut dem Lanuv-Meldeportal Wolf.nrw knapp neun Monate zurück.

Wolfsnachweise hingegen gab es in Ostwestfalen-Lippe in den vergangenen Monaten gleich mehrere. So wurde vor wenigen Tagen ein Tier in Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke gefilmt und fotografiert, in Rietberg (Kreis Gütersloh) gab es im April ebenfalls ein Video. In Willebadessen (Kreis Höxter) wurde ebenso im April ein Foto von einem Wolf geschossen.

Die zuletzt in OWL registrierten vermeintlichen Nutztierrisse stellten sich nach Angaben des Lanuv als Falschmeldungen heraus: In Beverungen (Kreis Höxter) habe sich demnach ein Vorfall mit einem Rind Anfang Mai als Haushund-Biss herausgestellt. Beim Tod eines Schafes im Mai in Nieheim (Kreis Höxter) sowie bei einem getöteten Rind in Bielefeld im April habe es keinen Hinweis auf Beutegreifer gegeben, sondern nur postmortaler Tierfraß stattgefunden.

Das neu ausgewiesene Wolfsgebiet in der Eifel grenzt nach Angaben der Umweltministeriums an das bestätigte Vorkommen des Wolfes im Hohen Venn auf belgischer Seite. Das Gebiet ist besonders bei Wanderern ein beliebtes Ziel.

Mehr Informationen zu den drei Wolfsgebieten sowie tagesaktuelle Meldungen von Nachweisen gibt es hier: wolf.nrw

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