Fr., 01.08.2014

Preispolitik beim SC Paderborn Weniger geht gar nicht

Ein Blick in das Stadion des SC Paderborn, das im Juli 2008 eröffnet wurde und seit zwei Jahren Benteler-Arena heißt.

Ein Blick in das Stadion des SC Paderborn, das im Juli 2008 eröffnet wurde und seit zwei Jahren Benteler-Arena heißt. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Der kleine Neuling aus Paderborn bittet seine Anhänger kräftig zur Kasse, keine Frage. Abgezockt hat er die Fußball-Fans dennoch nicht. Angebot und Nachfrage haben vielmehr den Preis geregelt, denn der SC Paderborn hätte mehr als 30.000 Dauerkarten verkaufen können – so riesig ist das Interesse am Bundesliga-Ball.

Die Preissteigerung ist mit bis zu 90 Prozent deftig ausgefallen, viel Spielraum gab's aber auch nicht. Der Etat mit 34 Millionen Euro ist für den SCP ambitioniert, ligaweit sind die Ostwestfalen damit dennoch Schlusslicht. Das macht deutlich: Noch weniger geht gar nicht. Zumindest nicht, wenn man eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Feld schicken will, gleichzeitig Schulden abbauen möchte und nebenbei auch die eigene Arena abbezahlen muss.

Und noch eins: Wer bei den Bundesliga-Konkurrenten in München oder Dortmund unterm Stadiondach hockt, sitzt billiger und wird in der Regel mit besserem Fußball belohnt. Das ist so. Aber auch nur, wenn man was sieht. Denn bei aller Kritik an der Preispolitik, eines ist in Paderborn garantiert: erstklassige Sicht. Auf jedem Platz.

Kommentare

Grundsätzlich ok

Grundsätzlich finde ich die Preispolitik ok. Für Familien finde ich es aber schon arg an der Grenze. Gut, die Nachfrage bestimmt den Preis und das ist auch ok so.
War ja in der Vergangenheit leider nicht so, dass es mal günstiger wurde wenn das Stadion nur zu 35 % ausgelastet war.
Fairer Weise muss man aber auch sagen, dass zu den ermäßigten Dauerkartenpreisen auch der Mitgliedsbeitrag hinzu gezählt werden muss.
Schön wäre es auch, wenn man mit der Eintrittskarte im gesamten NPH-Gebiet frei fahren könnte. Da wären Politik (NPH) und der Verein mal gefragt. Das direkte Umland profitiert nämlich nicht von der bisherigen Regelung. Da läüft es im Ruhrgebiet besser.
Schön wäre es auch mal zu erfahren, wie sich das mit den Karten so aufteilt.
9500 Dauerkarten + 1500 Gästekarten + 1500 Sponsoren und "wichtige Leute" + ca 850 REWE Karten + 500 KidsClub + 120 Presse.
Man spricht von 300 bzw. 500 Karten für den freien Verkauf. Wäre schön, zu erfahren wie sich das alles zusammen setzt. Die Öffentlichkeit ist leicht irritiert.
Nochmals, ich kann mit der Preispolitik leben und jeder hatte eine Chance an eine Karte zu kommen. Dies kann man gar nicht hoch genug bewerten.
In Zukunft erhoffe ich mir auch Kommentare die nicht so vereinslastig sind, auch wenn ich verstehen kann das kluge Menschen nicht in die Hand beißen von der sie gefüttert werden.
Auf eine anständige Saison.

Ebend DIES!

Mein Reden!

Guter Kommentar

Und man muss noch weiter differenzieren. Im Preis sind kostenlose Parkplätze enthalten, was anderswo schnell 5,-€ kostet. Dazu sind die Einzelpreise im Mittelfeld. Dass die Dauerkarte relativ teuer ausfällt, liegt a) daran, dass die Preise gar nicht gezahlt werden, da fast alle Karteninhaber den Rabatt des Mitglieds genießen, und b) in anderen Städten der Anreiz besteht, die Dauerkarten-Nachfrage durch Rabatte (z. B. 17 Spiele zum Preis von 15) zu steigern. Dieser Anreiz war dieses Jahr in Paderborn nicht nötig. Im Gegenteil, der Dauerkarteninhaber hat die Garantie, jedes Spiel sehen zu können. Das hat eben seinen Preis.

Keine Frage, im Fall des Abstiegs gibt es nächstes Jahr bestimmt wieder günstigere Preise und Frühbucherrabatt. Aber mal ehrlich, will man das gegen die 1. Liga eintauschen? Und nur eine gute Einnahme gibt die Möglichkeit der Wettbewerbsfähigkeit, die eine weitere sportliche Sensation zumindest nicht aussichtslos macht. Und doch ist man - wie der Kommentar sagt - letzter beim Etat aller Erstligisten. Als Fan sollte man doch ein Interesse am Erfolg des SCP haben. Und Werbeflächen und TV-Gelder sind eben limitiert, auch wenn ein zusätzliches VIP-Zelt (und die zahlen auch ordentlich mehr) gerade aufgebaut wird.

Und wenn man sieht, dass die teureren Sitzplätze besser nachgefragt waren als die günstigen Stehplätze, dann relativiert sich das angebliche Bild vom empörten Fan, das manche öffentlich weiß machen wollen.

Der Schuldenabbau alleine macht uns schon auf Jahre gesünder, weil alleine die Zinslast bei hohen sechsstelligen Summen lag. Und ein Trainingszentrum, das dem Verein und nichts der Stadiongesellschaft gehört, kostet keine Miete. Lasst uns doch diese wegweisenden Dinge für die Zukunft mitgehen. Dieses (erste) Jahr 1. Liga mit 17 Spielen sollte uns doch mehr wert sein als ein Mallorca-Urlaub oder gar eine Karte für ein Mittelklasse-Konzert von schwachen Musikern...

3 Kommentare

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