Masernimpfung
Zwang hilft nicht

Von Andreas Kolesch

Montag, 23.02.2015, 20:19 Uhr aktualisiert: 23.02.2015, 20:27 Uhr
Masernimpfung : Zwang hilft nicht
Impfgegner und -befürworter liefern sich eine Debatte. Foto: Lukas Schulze/dpa

Der Tod des Kleinkinds in Berlin zeigt abermals in aller Dramatik auf: Masern sind eine hochgefährliche Krankheit. Das besonders Tückische: Auch noch Jahre nach einer Infektion können Hirnschädigungen auftreten, die schlimmstenfalls zum Tode führen – und die Viren sind hochgradig ansteckend.

Andreas Kolesch
Foto: Andreas Kolesch

Impfverweigerer handeln gleich doppelt unsozial. Sie setzen ihre eigenen, noch entscheidungsunmündigen Kinder einem hohen Risiko aus und gefährden zudem schutzlose Babys, die noch nicht geimpft werden können. Doch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat Recht, wenn er eine Impfpflicht vorerst ablehnt. Denn ein Impfzwang wäre nur mit erheblichem Aufwand durchsetzbar und zudem juristisch fragwürdig.

Etwa jedes 20. Elternpaar in Nordrhein-Westfalen sorgt nicht für die sichere Doppelimpfung. Eine nachdrückliche Erinnerung durch den Kinderarzt oder die Krankenkasse wird die vergesslichen Eltern gewiss erreichen. Aktive Impfverweigerer aber können nur durch Überzeugungsarbeit umgestimmt werden. Schicksale wie das des Kleinkinds in Berlin sollten Mahnung genug sein.

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