Juden in Deutschland
Traurig

Von Kerstin Eigendorf

Freitag, 27.02.2015, 20:03 Uhr aktualisiert: 27.02.2015, 20:07 Uhr
Juden in Deutschland : Traurig
Foto: Maja Hitij/dpa (Archiv)

Spätestens jetzt wird der Name Josef Schuster als neuer Präsident des Zentralrats der Juden vielen ein Begriff sein. Ein Mann spricht Klartext. Sich als Jude zu erkennen zu geben sei im Deutschland des 21. Jahrhunderts in bestimmten Gegenden ein Risiko, sagt er. Und er hat Recht.

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Redakteurin Kerstin Eigendorf

Auch damit, dass die Gewalt gegenüber Juden aus radikal-muslimischer Richtung zunimmt. Die Beispiele aus Offenbach, als ein Rabbiner attackiert wurde, und aus Berlin, wo ein junger Mann verprügelt wurde, sprechen für sich. Es sind keine Einzelfälle. Antisemitische Straftaten in Deutschland nehmen zu. Eine traurige Bilanz. Dass ein deutscher Justizminister sagen muss, dass Deutschland alles tut, um »jüdisches Leben zu schützen«, ist bezeichnend. Es sollte selbstverständlich sein und nicht betont werden müssen. Beschämend!

Zur Wahrheit gehört allerdings auch dazu, dass Juden nicht nur der Gewalt von Islamisten ausgesetzt sind, sondern nach wie vor Übergriffe durch Rechtsradikale fürchten müssen. Wenn von der Angst jüdischer Bürger gesprochen wird, muss das auch gesagt werden. Einseitige Schuldzuweisungen sind gefährlich.

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