Mi., 29.04.2015

DSC Arminia Ein Traum und eine Pflicht

Er geht voran: DSC-Kapitän Fabian Klos (links, im Viertelfinalduell mit dem Gladbacher Alvaro Dominguez).

Er geht voran: DSC-Kapitän Fabian Klos (links, im Viertelfinalduell mit dem Gladbacher Alvaro Dominguez). Foto: Thomas F. Starke

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Es gibt Tage, die brennen sich so stark ins Gedächtnis ein, dass sie unauslöschlich sind. Anlässlich des Pokal-Halbfinals zwischen dem DSC Arminia und dem VfL Wolfsburg kommt der 23. Mai 2009 in den Sinn. Im Stadion der Niedersachsen geht die Post ab. Mit dem 5:1 gegen Bremen machen die Wölfe die Meisterschaft klar. Der Berichterstatter aus Bielefeld verfolgt den Trubel. Er ahnt, dass es solche Bilder des Glücks in der Arena der Arminen kaum noch geben wird. An diesem 34. Erstliga-Spieltag kämpft der DSC darum, sich in die Relegation zu retten. Dazu benötigt er einen Sieg gegen Hannover, die Partie endet 2:2. Der Abstieg ist besiegelt.

Zum Titelgewinn der Wolfsburger und zum verpassten Klassenerhalt der Bielefelder haben auch die beiden Spiele untereinander beigetragen. 3:0 und 4:1. Ein klarer Fall in beiden Fällen. Seither sind sich die Mannschaften nie wieder in einem Pflichtspiel begegnet. Und die Wege drifteten weit auseinander. Sechs Jahre später wird die Arminia alles daran setzen, für einen Abend ebenbürtig zu sein.

Hinter dem Klub liegen turbulente Jahre. Schon klar: Im Prinzip war das nie anders. Doch seit der Verbannung aus dem Paradies im Mai 2009 ist es schon mächtig drunter und drüber gegangen. Um so schöner, dass die Erfolgsgeschichte dieser Saison nicht nur Pokalsensationen gegen Erstligisten, Millioneneinnahmen und den Traum vom Berliner Finale umfasst, sondern vor allem die Aussicht auf die Rückkehr in die zweite Bundesliga. Bielefeld hat die Fans wieder in den Bann gezogen, da ist ganz viel Power drin. Und in dieser Woche wird die Alm ein Doppel-Beben erleben: morgen gegen Wolfsburg, Samstag gegen Kiel.

Das Olympiastadion mag die Sehnsucht bedienen. Pflicht des Drittliga-Spitzenreiters ist aber nur, eins raufzurutschen. Den Aufstieg noch zu verspielen, wäre ein Drama erster Güte. Damit kennt sich der Verein besser aus als jeder andere. Die Ereignisse, die unter dem Stichwort Darmstadt vor einem Jahr passierten, liefern auch Warnung genug. Fahrlässigkeit bleibt der härteste Gegner von Fußballfesten.

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