Das gewisse Etwas
Arminia Bielefeld

Von Dirk Schuster

Montag, 18.05.2015, 15:30 Uhr aktualisiert: 18.05.2015, 23:09 Uhr
Das gewisse Etwas : Arminia Bielefeld
Der Traum der Armina-Fans hat sich erfüllt: Der DSC spielt wieder in der 2. Liga. Foto: Thomas F. Starke

Auf und nieder immer wieder. So war das schon immer bei Arminia. Ob es auch so bleibt? Noch einmal auf – dagegen hätte keiner etwas einzuwenden. Aber nieder? Bloß nicht. Zu gegenwärtig sind die Bilder vom Relegationsdrama gegen Darmstadt noch. So gegenwärtig, dass Fabian Klos im Aufstiegsrausch sogar ein paar Tränen verdrückte, als er nach dem 2:2 gegen Regensburg auch über den 19. Mai 2014 sprechen sollte.

Schuster, Dirk

Andere Vereine setzen gut bezahlte Marketingexperten ein, um ein Alleinstellungsmerkmal kreieren zu lassen. Arminia braucht das nicht. Arminia hat den Ruf als Drama-Queen des deutschen Fußballs exklusiv. Ein zweifelhafter Ruf zwar. Doch die dauernden Aufstiege (zehn) und Abstiege (neun) sind es, die dem Klub das gewisse Etwas geben.

Das Darmstadt-Trauma ist nun überwunden, der Betriebsunfall Abstieg repariert. Jetzt nimmt der Klub einen neuen Anlauf, sich in der 2. Liga zu stabilisieren – sportlich und finanziell.

Aus dem Geld, das die Gönner vor und während der Saison zur Verfügung gestellt haben, hat Arminia das Beste gemacht. Sportchef Samir Arabi bewies mit fast allen Transfers ein gutes Händchen, Trainer Norbert Meier integrierte die Zugänge so gut, dass der Favorit den Ansprüchen gerecht geworden ist. Denn von Anfang an war nichts anderes als der Aufstieg das Ziel. Heißt: Die Mannschaft hat die Pflicht erfüllt. Die Kür war der Pokal. Die Spiele gegen die Bundesligisten hat Bielefelds Saison Glanz verliehen, hat dem Klub eine Bühne geboten, auf die er gern dauerhaft und nicht nur für ein paar magische Momente zurückkehren möchte. Doch ist es wirklich der richtige Zeitpunkt, schon wieder von der 1. Liga zu reden?

Klar, Darmstadt macht gerade vor, wie es auf direktem Weg von der 3. in die 1. Liga gehen könnte. Auch Arminia hat den Durchmarsch schon geschafft. Und weil Norbert Meier zwar nicht direkt, aber ohne die ganz großen Umwege Fortuna Düsseldorf auch schon mal von der 3. in die 1. Liga geführt hat, verknüpfen viele Anhänger nun einige Hoffnungen mit dem Coach.

Doch vor dem zweiten Schritt kommt der erste. Das heißt: Besser abschneiden als nach dem Aufstieg vor zwei Jahren wäre mal ein Anfang. Die nächste Relegation bliebe dem Klub dann immerhin erspart.

Kommentare

Theo-der-Flieger  schrieb: 11.06.2015 15:40
Es scheint mir an der Zeit, daran zu erinnern, dass jedes Auto auch eine Bremse benötigt.
Soll heißen: Bei aller verständlichen Euphorie über den gelungenen Wiederaufstieg sollten alle und damit
meine ich die sportliche Leitung UND die Fans der Arminia, mit beiden Beinen fest am Boden bleiben.
Das primäre Ziel heißt zunächst einmal die Klasse zu halten, sich finanziell weiter zu konsolidieren und
durch konstante, gute Leistungen die Zuschauer, aber auch potenzielle Sponsoren, an sich zu binden.

Auf der anderen Seite muss - trotz aller finanziellen Engpässe - auch einmal etwas Geld in die Hand genommen werden, um die Mannschaft gezielt zu verstärken.
Von den bisherigen Zugängen repräsentieren die Torhüter lediglich den gelungenen, aber auch dringend notwendigen Eins - zu - Eins Ersatz für Schwolow.
Von Görlitz und Jopek darf man sich zunächst keine Wunderdinge erträumen. Mast bleibt - gut so, aber auch nicht mehr.

Nominell hochwertige Zugänge außerhalb der Torhüter stehen also noch aus. Ob sich hier noch Entscheidendes ändert, steht aktuell in den Sternen.
Gerade in der Innenverteidigung besteht m. E. deutlicher Handlungsbedarf; hier sind wir noch nicht in vollem Umfang zweitligatauglich.

Das wissen Arabi und Meyer. Insofern darf man weiter hoffen, dass noch ein richtig guter Abwehrspieler verpflichtet werden kann.
In der Spitze fehlt mir eigentlich auch noch eine echte Alternative bzw. ein einigermaßen adäquater Ersatz für Klos, wenn man den Blick auf die kommenden Jahre wirft, in denen man nicht zwangsläufig davon ausgehen kann, dass unsere aktuelle Lebensversicherung dem Verein auf längere Sicht erhalten bleibt. Seine Forderung nach augenscheinlich heftiger finanzieller Aufstockung seines Salärs deuten an, dass man ihn eventuell nicht halten kann und jenseits einer nicht näher benannten Schmerzgrenze auch nicht will.

Sollte dem Verein der oft kolportierte 'Königstransfer' wirklich noch gelingen, wäre ich happy. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt....
1 Kommentare
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