Di., 26.05.2015

SC Paderborn wieder Zweitligist Respekt vor dem Absteiger

Enttäuschte Paderborner nach dem feststehenden Abstieg.

Enttäuschte Paderborner nach dem feststehenden Abstieg. Foto: Oliver Schwabe

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Absteigen ist für  Sportler kein Spaß. Einen Absteiger zu feiern, kommt nicht alle Tage vor. Die Paderborner Fans haben  genau das getan – danke an den SCP für eine aufregende Saison in der  Bundesliga. Hätte ohnehin kaum jemand erwartet, es könnte vielleicht auch länger gehen. Am Ende waren andere besser, und alle, die im Profifußball unterwegs sind, wissen: Vielleicht nimmt es die Tabelle mit der Wahrheit zwischendurch nicht immer so genau, zum Schluss aber schon.

Auch der Neuling hat das einsehen müssen. Unter dem Strich steht Platz 18. Die nüchterne Betrachtung ergibt, dass die Mannschaft ihr Pulver zu früh verschossen hatte und das Nachladen schwer fiel. Ein Rückblick auf den zehnten Spieltag: Zuhause gelingt ein 3:1 gegen Hertha BSC, es ist der vierte Saisonsieg, der mit Platz sieben honoriert wird. 15 Punkte und 16:13-Tore zieren das Neulingskonto.  Ein Traumstart, der trügt: Nur noch 16 Punkte in den 24 weiteren  Spielen kommen hinzu, nur noch drei Erfolge, dazu 15:52-Tore. Der Absturz vollzieht sich langsam, aber stetig. Nach dem letzten Abpfiff teilt der Klub nun das Los  bekannter  Vorgänger. Braunschweig, Greuther Fürth, Düsseldorf oder St. Pauli – das sind jene, die sich in den vergangenen Jahren auch nicht länger halten konnten als zwölf Monate. Es ist auch sehr schwer.

Den Respekt muss man sich erst einmal verdienen

Größeren Respekt als der SCP  muss sich ein Neuling allerdings erst einmal verdienen. Die vermeintlich Chancenlosen  bringen die Sympathien zwar meistens auf ihre Seite, die Paderborner benötigten diese allerdings nicht als Mitleidsbonus. Wer sie als versehentlichen Gast  in einer Spielklasse missachten wollte, in der sie nichts zu suchen hatten, wurde eines Besseren belehrt. Wahrscheinlich nahm auch kein Team häufiger Komplimente und Schulterklopfen entgegen.

Dabei störte mitunter das eigene, zu oft verbreitete Gerede über die größte Außenseiterposition in der Bundesligageschichte, denn Paderborn kam schon aus  stabilen Verhältnissen nach oben, hätte   bereits 2013 fast die Relegation erreicht und  musste darum auch nicht erst auf der deutschen Liga-Landkarte verankert werden. Gutes Ballspiel gibt es auch in der Provinz, ein erstklassiges sogar, wenn auch nur für kurze Zeit.  Richtig bleibt, dass es mit Paderborn und auch dem SC Freiburg schon  jene beiden erwischte, die sich mit  den bescheidensten Bedingungen zu arrangieren  hatten.

Der SCP  wird sich mit gestiegener Reputation daran machen, die Trainerpersonalie Breitenreiter zu klären und mit ihm oder ohne ihn  eine aussichtsreiche Zweitliga-Formation an den Start  schicken. Zu einem Sturzbach weiteten sich die Tränen nach dem Abstieg auch nicht aus. Die zweite Liga taugt als attraktive Veranstaltung mit ambitionierter Ostwestfalen-Beimischung. Die Paderborner mögen sich gerade nicht freuen darüber,  Arminia Bielefeld  sicher schon: Die Region hat ihr Derby wieder.

Kommentare

Recht zutreffender Kommentar.
Der SCP hat Respekt verdient, auch wenn im Augenblick die Zeichen der Zukunft etwas dunkler aussehen hinsichtlich der vollzogenen bzw. sich anbahnenden Abgänge.

Das die Trainerfrage immer noch nicht geklärt ist, verschärft die Situation zusätzlich. Breitenreiter sollte
sich schnellstens entscheiden, oder seinen Abgang bekanntgeben.

Unverständlich ist auch die absolut zuschauerfeindliche Preisgestaltung der DK - Preise. Präsident und
Sonnenkönig Finke sollte als erfolgreicher Geschäftsmann wissen, dass man auf diese nicht nachvollziehbare Weise mit Sicherheit etliche 'Stammkunden' verlieren wird.

Das ist um so bedauerlicher, weil man nebenan im Ostwestfälischen Zentrum Bielefeld vernünftig geblieben ist und den unglaublichen Zuschauerboom [ Im Schnitt knapp 15.000 Zuschauer, dritte Liga ] trotz der prekären Finanzlage nicht ausgenutzt hat.

Schon jetzt ist die Arminia wieder um einiges attraktiver und zugkräftiger als der SCP. Vom Schmuckkästchen 'Schücoarena' und den unglaublichen Fans ganz zu schweigen.

Quo vadis, Paderborn?

Ich fürchte, in Richtung Bedeutungslosigkeit im deutschen Fußball. Halt so, wie immer; Ausnahme nicht eingerechnet.....

1 Kommentare

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