EU und die Gentechnik
Mit Nachgeschmack

Von Detlef Drewes

Mittwoch, 11.06.2014, 21:04 Uhr aktualisiert: 12.06.2014, 09:15 Uhr
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Noch vor wenigen Wochen beschwerten sich europäische Wahlkämpfer, Brüssel schreibe den Mitgliedsstaaten alles vor. Die neuen Gentechnik-Regeln beweisen das Gegenteil. Mit nur einer Ausstiegsklausel wird die EU zum Flickenteppich. Das ist auch deshalb schwerwiegend, weil man nun fast schon dankbar für die – ebenfalls oft kritisierten – Etikettierungsvorschriften von Lebensmitteln sein muss.
Künftig wird niemand davon ausgehen können, dass ein EU-Erzeugnis wirklich frei von Rückständen gentechnisch veränderter Pflanzen ist. Nicht nur Spanien, Großbritannien und Schweden wollen beim Anbau großzügig vorgehen. Soviel nationaler Freiraum scheint ungewohnt zu sein, bringt aber nicht wirklich viel. So lockt man – das war ein Argument für das Konzept der grünen Gentechnik – keine forschenden Konzerne an. So schafft man auch kein Vertrauen bei denen, die mit den Ergebnissen dieser Forschung auf Kriegsfuß stehen.
Am Ende bleibt der schale Nachgeschmack einer Regelung, die man mit vielen Tricks und Kniffen durchgesetzt hat. Das ist eine EU, wie man sie nicht mehr sehen wollte.

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