Afghanistan
Mutige Wähler

Sieben Millionen Afghanen haben am Samstag ihr Leben riskiert, nur um von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen.

Sonntag, 15.06.2014, 23:36 Uhr aktualisiert: 15.06.2014, 23:52 Uhr

Die Beteiligung von mehr als 60 Prozent an der Stichwahl um das Präsidentenamt ist für die radikalislamische Taliban eine Niederlage – und für Wahlverweigerer in Deutschland ein Grund zum Nachdenken. Denn Aufständische hatten alle mit dem Tode bedroht, wenn sie sich an der Abstimmung beteiligen würden.

Friedensnobelpreis verdient

Viel zu viele Mutige haben zu spüren bekommen, dass die Taliban keineswegs nur leere Drohungen ausstoßen. Einigen Wählern fehlt nun ein Finger. Dieser wurde ihnen von Taliban-Aktivisten abgeschnitten. Zudem sind am Wahltag mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Diese Grausamkeiten lassen erahnen, was dem Land nach einer Machtübernahme durch die Taliban blühte. Das wissen auch viele derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben. Sie wollen Zukunft, keine Vergangenheit.

Für den nächsten Friedensnobelpreis soll es schon zahlreiche Namen geben. Die Afghanen, die zur Wahl gegangen sind, hätten diese Auszeichnung wahrlich verdient.

Kommentare

Siegfried Reveis  schrieb: 16.06.2014 17:27
Eine Wahl mit der Aussicht, daß Afghanistan so endet wie der Irak. Eine Wahl von Politikern, die die Explosion der Opium- und Heroin-Produktion nicht bekämpfen werden, damit Afghanistan wirtschaftlich überlebt. Eine Wahl für ein Regime, das trotz positiver Berichte der West-Medien, nach wie vor kein Rechtssystem pflegt und vor allen Dingen die Fraurechte unterläuft. Eine Wahl von einem Regime, das weiter den Drohneneinsatz nicht unterbinden wird. Und es sehr schwer haben wird, den Taliban Einhalt zu gebieten.
1 Kommentare
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