Atomkraftwerk Grohnde
Wenzels Super-Gau

Von Bernd Bexte

Montag, 23.06.2014, 10:50 Uhr aktualisiert: 23.06.2014, 10:55 Uhr

Für Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel ist die Auseinandersetzung um den Neustart des Atomkraftwerkes Grohnde der politische Super-Gau. 

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Nur wenige Stunden, nachdem er in angeblich großer Sorge um das Wohl der Bevölkerung eine Verlängerung der Netzabkopplung des Meilers angeordnet hatte, kam die überraschende 180-Grad-Wende. Irgendjemand muss im wohl zugeflüstert haben, wie teuer es für den Steuerzahler werden kann, wenn er sich auf letztlich ungeprüfte Unterstellungen verlässt, bei notwendigen Reparaturen im AKW sei gepfuscht worden.

Diese Vorwürfe kamen aus Ostwestfalen-Lippe und fußten eher auf politischer Gesinnung als auf Fakten.

Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft keinen Grund sah, in dieser Sache tätig zu werden, da es nicht den leisesten Verdacht einen Fehlverhaltens gab, lässt Wenzels Panikmache noch peinlicher erscheinen. Der Grünen-Politiker hat mit seinem unverantwortlichen Handeln nicht nur der Atomaufsicht, sondern jedem seriösen Atomkraftgegner einen schlechten Dienst erwiesen. Denn es gibt weiterhin gute Gründe gegen Atomkraft.

Kommentare

Siegfried Reveis  schrieb: 23.06.2014 14:28
"Grohnde" ist nur einer von über 400 Reaktoren auf der Welt und weitere 69 sind in Bau. Da kann ein "grüner" Minister, der aufgrund der "grünen Energiepolitik" vom Naturschützer zum Naturzerstörer mutiert ist, nicht anders reagieren. Naturschutz ist einem "Grünen" inzwischen hinderlich. Aber die Entscheidung dürfte auch bei vielen auf Verständnis stoßen. Jetzt muß man erkennen, daß wir alles, was wir in den letzten Jahren zur Energieversorgung erdacht haben, dass auch zum Teil dem "kalten Krieg" geschuldet war, entsprechend des sich neu abzeichnenden kalten Krieges, wieder neu gedacht werden muß. Da wollte man dem "schmutzigen Strom" aus Kohle und Kernkraftwerke den Garaus machen und den Ökostrom vorantreiben. Dann stellte man plötzlich fest, daß die Leitungskapazitäten für den Ökostrom nicht ausreichen. Was interessiert es der Politik eine weitere Kernschmelze, wie die in der japanischen "Einheit 4", wenn Jahrhunderte andauernder tödlicher Strom von Radioaktivität über die ganze Erde ziehen?
1 Kommentare
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