Facebook
Der manipulierte Nutzer

Thomas Lunk

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Montag, 30.06.2014, 20:44 Uhr aktualisiert: 01.07.2014, 00:36 Uhr

Facebook manipuliert seine Nutzer; Google tut es ebenfalls. Schon vor Bekanntwerden der umstrittenen Psycho-Studie war offensichtlich, dass Facebook die Aktivitäten im Netzwerk bewertet und ein Computerprogramm darüber entscheiden lässt, welche Beiträge in der Chronik der Nutzer erscheinen – und welche unter den Tisch fallen.

Die Bewertungskriterien sind ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis so wie die Algorithmen, die die Suchergebnisse bei Google sortieren. Dass vordergründige Ziel ist, die Kunden möglichst lange auf der Internetseite zu halten.

Die ungefilterte Wirklichkeit ist auf Facebook nicht zu haben

Wenn jetzt – möglicherweise mit Hilfe der Ergebnisse der Studie – Auswahl und Bewertung stärker darauf ausgerichtet werden, dass die Nutzer sich wohl fühlen, könnten noch mehr Beiträge im Filter hängen bleiben. Themen, die ihn vielleicht nicht glücklich machen, die aber für seine Leben und seine Beziehungen wichtig sind. Die ungefilterte Wirklichkeit ist auf Facebook nicht zu haben. Wer sich auf das soziale Netzwerk verlässt, bekommt nur einen Ausschnitt von dem zu sehen, was sein soziales Umfeld bewegt. Diesen legt zudem Facebook fest. Und er wird kleiner.

Kommentare

leser  schrieb: 03.07.2014 13:48
Früher waren es Spielkonsolen oder Spielautomaten, die dem User eine chipgesteuerte Realität vorgegaukelt hat, das machte oder macht immer noch mehr Spaß als an eine "korrumpierte, soziale Wirklichkeit" zu glauben.Erinnert mich immer an die Kurzmitteilungen von diversen "Frauen", die darauf warten, dass man für teures Geld zurücksimst.Zu realen Kontaktaufnahmen, z.B.durch einen Anruf, kann es trotzdem nie kommen, da diese Nachrichten nicht etwa von Privatpersonen stammen, sondern von Callcentern, die die Leute an der Tastatur halten wollen.Und da ist auch keine liebe, nette Silvia, die einem da schreibt, sondern ein Mann am PC, der sich ständig süße Nachrichten ausdenken muss, damit das "Opfer" weiterhin denkt, da könnte sich was anbahnen.Bei sozialen Netzwerken dürfte das ähnlich sein, nur noch undurchsichtiger und gemeiner.
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