Do., 26.11.2015

Weniger Museen? Laut gedacht

Christiane Lange leitet die Stuttgarter Staatsgalerie, deren Budget in den letzten Jahren kaum aufgestockt worden ist.

Christiane Lange leitet die Stuttgarter Staatsgalerie, deren Budget in den letzten Jahren kaum aufgestockt worden ist. Foto: dpa

Von Matthias Meyer zur Heyde

Christiane Lange hat ja recht: So mancher Versuch, die Häuser toter Prominenter in  Museen umzuwidmen, wirkt befremdlich. Wenn  das Projekt   dann zum Millionengrab wird, zum Klotz am Bein der öffentlichen Hand, hört der Spaß vollends auf.  Stadtkämmerer und  Finanzminister  gehen mit der Leiterin der Stuttgarter Staatsgalerie konform.

Der Vorstoß der Wahlschwäbin hat dennoch ein Gschmäckle: 2013,  Christiane Lange trat gerade  in Stuttgart an, da konnte sie die Museen nicht hoch genug preisen. Sie leisteten wichtige »Arbeit für unser kulturelles Gedächtnis«, war  zu hören. Und »ein Museum ist ein toller Ort für Bildung«. Mittlerweile hat die Museumschefin wohl gemerkt, dass ihr Haus nicht auf Rosen gebettet ist. Also: weniger Museen = mehr Geld fürs eigene Haus? Ein billiges Argument.  Ob ihr der Ärger über den geringen finanziellen Spielraum diesen Vorschlag eingegeben hat?

Vor drei Jahren, als das Pamphlet »Der Kulturinfarkt« erschien, hat Deutschland zum selben Thema  debattiert.  Erkenntnis: Geld, das in die Kultur fließt, ist gut angelegt. Aber bitte nicht prassen  –  im Museum sind kühle Rechner gefragt. Eine Binse, klar. Christiane Lange hat nur laut gedacht. Ist ja nicht verboten. Aber im stets stiefmütterlich behandelten Kultursektor wenig hilfreich.

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