Fr., 01.01.2016

Terrorgefahr Von Hysterie keine Spur

Polizisten und Passanten laufen am 1. Januar durch die Innenstadt von München.

Polizisten und Passanten laufen am 1. Januar durch die Innenstadt von München. Foto: Sven Hoppe/dpa

Von Ulrich Windolph

Die Silvesternacht in München hat es noch einmal gezeigt: Die Terrorgefahr ist auch für Deutschland real, und sie ist hoch. Für die verantwortlichen Politiker bedeutet das einen dauernden Drahtseilakt zwischen Vorsicht und Aktionismus. Auch auf den Sicherheitsbehörden lastet der Druck des permanenten Abwägens.

Zwei Gefahren sind dabei besonders groß: Je öfter Alarm geschlagen wird, ohne dass am Ende tatsächlich etwas passiert, desto größer könnte der Abnutzungseffekt in der Bevölkerung sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass mit jeder Einschränkung des öffentlichen Lebens schon ein Erfolg für die Terrororganisationen erzielt ist.

Trotzdem haben Behörden und Politiker in der Silvesternacht ei­nen guten Job gemacht. Warum? Eben weil nichts passiert ist. Das ist im Zweifelsfall das Entscheidende.

Ein Lob verdienen aber auch die vielen hunderttausend Menschen, die in München unterwegs waren. Sie haben besonnen reagiert und sich trotzdem ihren Spaß am Feiern nicht nehmen lassen. Von Hysterie keine Spur – wie in den anderen Metropolen auch, in denen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen galten.

Denn das ist das wichtigste Zeichen an alle Terroristen: Ihr könnt uns vielleicht unser Leben nehmen, aber gewiss nicht unsere Art zu leben!

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