Do., 07.01.2016

Filiale für Flüchtlinge Gewollte Integration

An der Detmolder Straße  können der Stadt Bielefeld zugewiesene Flüchtlinge ihr Konto eröffnen.

An der Detmolder Straße können der Stadt Bielefeld zugewiesene Flüchtlinge ihr Konto eröffnen. Foto: Oliver Schwabe

Von Edgar Fels

Ohne ein Girokonto kann in Deutschland niemand seinen Alltag bewältigen. Man braucht ein Konto für den Arbeitsplatz und die Wohnungssuche. Die Bundesregierung hat daher  2015 beschlossen, das »Konto für Jedermann« gesetzlich zu verankern. Alle Banken – nicht nur Sparkassen und Volksbanken – sollen künftig Obdachlose und Asylbewerber als Kunden akzeptieren.

Bürokratische Hürden

Doch nun wirft der unerwartete Ansturm von Flüchtlingen in Deutschland neue bürokratische Hürden auf. Die Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak und  den anderen Ländern müssen Dokumente vorlegen und einen (vorläufigen) Wohnsitz nachweisen, um ein Girokonto zu eröffnen.  Vor allem aber müssen sie sich  sprachlich verständlich machen – und selbst verstehen.  Das geht meist nur mit  Dolmetscher. So wird der Prozess der Kontoeröffnung zu einem äußerst zeitaufwändigen Verfahren.

Es ist der Sparkasse Bielefeld anzurechnen, dass sie dieses Problem – sicher auch im eigenen Interesse – anpackt und eine bereits geschlossene Filiale für diesen Zweck reaktiviert. Gesellschaftlich und politisch ist die Integration gewollt. Und vielleicht werden die Flüchtlinge ja auch irgendwann »normale  Kunden« und nutzen der Sparkasse. Der Vorstand hat jedenfalls nicht gewartet, sondern gehandelt. Gut.

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