Di., 12.01.2016

Ministererlaubnis für Edeka Der einäugige Gabriel

Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Das Bundeskartellamt war dagegen. Ebenso die Monopolkommission. Die Konkurrenz, die teils eigene Ange­bo­te vorgelegt hatte, reagierte sauer. Und die Lieferanten, voran die Sprecher der Agrarwirtschaft, warnten vor einem weiteren Fortschreiten der Konzentration im Lebensmittelhandel. Selbst die Fachgewerkschaft NGG stellte sich auf die Seite der Gegner einer Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka.

Doch den Wirtschaftsminister ficht dies alles nicht an. Sigmar Gabriel sagt trotzdem »Ja«.

Liebt der Minister Edeka – so wie Edeka angeblich Lebensmittel liebt? Die Sache ist diffiziler. Die Auflagen, deren Erfüllung dem Giganten sicher nicht leicht fallen wird, zeigen, worum es Gabriel stattdessen geht: Er will möglichst viele der 16.000 tariflichen Ar­beitsplätze erhalten.

Damit handelt Gabriel, als wäre er auf einem Auge blind. Er übersieht, dass er Jobs in anderen Unternehmen gefährdet. Ihm ist egal, dass er die Verhandlungsmacht der Nummer 1 weiter stärkt. Wenn die fünf Größten in der Branche 75 Prozent des Umsatzes erwirtschaften, dann haben kleinere Anbieter und neue Produkte keine Chance, sich bekannt zu machen.

Wie unter den Umständen Preisverhandlungen ablaufen, davon können Bauern und Lebensmittelindustrie bereits ein Lied singen.

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