Förderschulen und Inklusion
Eine Abwärtsspirale

Von kerstin Eigendorf

Samstag, 16.01.2016, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2016, 21:02 Uhr
Förderschulen und Inklusion : Eine Abwärtsspirale
Foto: Fredrik von Erichsen

Die NRW-Landesregierung betont, sie schaffe keine Förderschulen ab. Das ist inhaltlich richtig, aber unredlich. Rot-Grün hat zwar keine Schließung von Förderschulen angeordnet. Sie ist aber die logische Konsequenz der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Inklusion.

Der Gedanke, dass jedes Kind in eine Regelschule integriert werden kann, beinhaltet zu Ende gedacht, dass Förderschulen nicht mehr gebraucht werden. Das sollte die NRW-Schulministerin endlich genau so sagen und nicht länger so tun, als seien alle Formen von Förderschulen außer der mit dem Schwerpunkt Lernen nicht in ihrem Bestand gefährdet.

Außerdem suggeriert Rot-Grün, dass nur die Eltern mit ihren Anmeldungen darüber entscheiden, welche Schulformen erhalten bleiben. Wenn lange gängige Ausnahmen bei der Mindestschülerzahl jedoch abgeschafft werden, tut die Regierung ihr Übriges, um das Sterben von Förderschulen voranzutreiben. Und je weniger es gibt, desto länger werden die Wege für Förderschulkinder. Das sorgt wieder für weniger Anmeldungen – eine Abwärtsspirale.

Dabei braucht es Förderschulen. Denn Inklusion hat Grenzen. Nicht für jedes Kind ist die Regelschule der ideale Ort. Doch wenn es immer weniger Förderschulen gibt, nimmt man Eltern die Entscheidungsfreiheit.

Kommentare

franz.B  schrieb: 16.01.2016 23:17
Zwangsläufig
Treffender Bericht, der wiederum zeigt, dass eins der besten Schulsysteme in NRW geopfert wird, weil es den Politikern zu teuer wird. Es scheint noch ein kleiner Irrtum der Verfasserin geschehen zu sein.
Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen sind z.Zt. und zuklünftig die Schulen, die aussterben werden. Insbesondere die Förderschulen für geistige Entwicklung und die für emotionale und soziale Entwicklung scheinen eine längere Lebensdauer zu haben.
1 Kommentare
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