Di., 19.01.2016

RAF Die Versprengten

Eine nachgestellte Szene (undatiert) des Überfalls auf einen Geldtransporter auf einem Supermarktparkplatz in Stuhr bei Bremen im Juni 2015. Der Fall wird am 20.01.2016 in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» rekonstruiert. Nun stellt sich heraus: Es waren wohl seit Jahrzehnten gesuchte RAF-Terroristen.

Eine nachgestellte Szene (undatiert) des Überfalls auf einen Geldtransporter auf einem Supermarktparkplatz in Stuhr bei Bremen im Juni 2015. Der Fall wird am 20.01.2016 in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» rekonstruiert. Nun stellt sich heraus: Es waren wohl seit Jahrzehnten gesuchte RAF-Terroristen. Foto: dpa

Von Werner Kolhoff

Nein, die RAF kommt nicht zurück, dazu fehlt jede Basis. Drei Versprengte dieses Irrtums der Geschichte haben sich mit Überfällen auf Geldtransporte nach vielen Jahren aus dem Untergrund gemeldet. Alle drei fast schon Rentner. Aber sie wollen damit weder etwas verändern noch verkünden. Am liebsten hätten sie gar keine Spuren hinterlassen. Ihr Grund war ganz banal.

Eine Band namens »Erste Allgemeine Verunsicherung« hat das besungen, zufällig in jenen Jahren, Mitte der 80er, als diese sogenannte Dritte Generation der RAF ihr Mordwerk begann. »Ba-Ba-Banküberfall« hieß der Hit mit der Zeile: »Der Kühlschrank ist leer, das Sparschwein auch. Ich hab seit Wochen kein Schnitzel mehr im Bauch.«

Die RAF, diese Revolution bürgerlicher Wohlstandskinder gegen die eigene Elterngeneration, endet als Farce. Viele der ersten und zweiten Terroristen-Generation sind im sinnlosen Kampf gestorben, viele andere haben gebüßt für ihre Taten und viele sich im Nachhinein von dem Wahnsinn losgesagt. Das hat den Angehörigen der Opfer wenigstens etwas geholfen. Wenn der klägliche Rest da draußen noch irgendetwas Gutes tun will, für sich und andere, dann kommt er raus aus seinem Busch und stellt sich der Verantwortung. Im Gefängnis zwar, aber immer satt zu essen.

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