So., 24.01.2016

Eklat beim SC Paderborn Tiefer geht es nicht

SCP-Stürmer Nick Proschwitz muss nach seiner Entgleisung mit seinem Rauswurf rechnen.

SCP-Stürmer Nick Proschwitz muss nach seiner Entgleisung mit seinem Rauswurf rechnen. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Noch am Samstagabend hatte Stefan Effenberg die Personalplanungen des SC Paderborn für beendet erklärt – mit einer kleinen Einschränkung: »Wenn irgendetwas passiert, müssen wir vielleicht doch noch handeln.«

Der Cheftrainer dachte in dem Moment wohl an so etwas wie eine schwerwiegende Bänderverletzung, aber ganz bestimmt nicht an eine derartige Verletzung der Schamgrenze. Jetzt ist etwas passiert und es muss etwas passieren. Von »vielleicht« darf in der Causa Nick Proschwitz keine Rede sein. Ein Profi, der sich einen solchen Kontrollverlust leistet, ist für ei­nen Verein, der von sich behauptet, auch nur halbwegs professionell zu sein, untragbar. Für den Angreifer des Abstiegskandidaten gilt: Tiefer geht’s nicht.

Aber mit den nackten Tatsachen ist es nicht getan. Denn es ist ja nicht so, dass dieser Aussetzer völlig unvermittelt gekommen wäre. Vorausgegangen war der Teamabend, bei dem neben Proschwitz noch einige andere Akteure in der langen Nacht von Mittwoch auf Donnerstag viel zu tief ins Glas geschaut haben.

Dass Manager Michael Born nach diesen ersten Verfehlungen von »Kinderkram« sprach, ist das eine. Vielmehr müssen sich Born und Effenberg allerdings fragen lassen, warum sie diese nicht zum Anlass genommen haben, um für die verbleibenden drei Tage eine Sperrstunde und striktes Alkoholverbot auszurufen. So wäre zumindest die höchste Eskalationsstufe leicht zu vermeiden gewesen.

»Kinderkram« klingt, als sei am Samstag eine Klassenfahrt aus dem Ruder gelaufen. Die Vorgänge haben sich jedoch im wichtigen Trainingslager des abstiegsgefährdeten Zweitligisten ereignet und der hat jetzt nur einen Vorteil: Im Gegensatz zu den Suspendierungen von Daniel Brückner, Mahir Saglik und Srdjan Lakic ist ein Rauswurf von Nick Proschwitz völlig problemlos zu begründen.

Kommentare

Augen auf! Jetzt!

Auch ein Herr Born hat seine Karriere einerseits seinen Entscheidungen zu verdanken- andererseits aber eben auch ganz entscheidend dem SC Paderborn. Vom Mädchen für alles im alten Lönsstadion zum Bundesliga- Manager.
Vielleicht sollte er sich dessen mal bewußt werden. bevor er die Entgleisungen dieser Truppe als "Kinderkram" abtut oder solch ein Verhalten deckt. Wäre der Mannschaftsabend denn ohne den Proschwitz- Eklat ein paar Tage später überhaupt an die Öffentlichkeit gekommen?

Hoffentlich greift Finke durch, gerne auf allen Ebenen! Ich denke,d er Zuschauer sieht lieber eine junge Mannschaft um den Klassenverbleib kämpfen als eine Ansammlung von Leuten, die sich als Profisportler verkleiden.
Dem Trainer ist es offenbar nicht gelungen, Disziplin reinzukriegen. Aber Effe war ja auch nie ein Kind von Traurigkeit und die jungen Leute, die er trainiert, kennen ihn halt kaum noch als Spieler.

Immerhin ist es dem SC gelungen, durch alle Zeitungen gereicht zu werden. PR, die keienr braucht!

1 Kommentare

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