Do., 28.01.2016

Kommentar zu verhüllten Statuen in Rom Selbstaufgabe

Der Präsident des Iran, Hassan Ruhani.

Der Präsident des Iran, Hassan Ruhani. Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Der Iran ist wieder da, und so ziemlich jedes westliche Land will mit dem Mullah-Regime Geschäfte machen. Denn nach den Sanktionen hat die Islamische Republik vor allem wirtschaftlich Nachholbedarf.

Nun scheinen manche Staaten für einen Deal mit dem Iran so weit zu gehen, dass sie in einem Akt der Selbstaufgabe ihr kulturelles Erbe verleugnen. Wie jetzt ausgerechnet Italien, das Land mit den meisten Unesco-Welterbestätten.

Wenn westliche Politikerinnen im Iran empfangen werden, verhüllen sie sich. Und wenn der iranische Präsident nach Rom kommt, werden antike Statuen verhüllt.
Wie ist es zu der empörenden Entscheidung in Rom gekommen? Welche Gefühle Hassan Rohanis hätten verletzt werden können, wenn er die antiken Darstellungen menschlicher Körper gesehen hätte? Ging es nur um die Nacktheit oder darum, dass es sich um Kunst aus vorislamischer Zeit handelt?

Mit den Kulturzerstörern der sunnitischen Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) stehen die Mullahs ganz gewiss nicht auf einer Stufe. Die schiitischen Geistlichen kämen nicht auf die Idee, das historische Persepolis einzuebnen, wie es der IS mit dem antiken Palmyra getan hat.

Sieht so aus, als wäre der Skandal von Rom ein Problem des Westens.

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