Mo., 01.02.2016

Kommentar zur geforderten Kaufprämie für Elektroautos Gierige Bettler

Foto: dpa

Von Werner Kolhoff

Eine Kaufprämie für Elektroautos? Die Konzerne werden auch heute beim Treffen mit der Kanzlerin darum betteln. Sie werden argumentieren, dass Deutschland sonst technologisch zurückfalle und auch, dass Angela Merkel ihr Versprechen, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, anders nicht werde einhalten können.

Den Wirtschaftsminister haben sie schon geködert. Dabei ist die Rede von einer Industrie, die über 350 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt und 30 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. Diese Branche kann ganz gut auf sich selbst aufpassen.

Entweder sie glaubt an den Elek­tromotor – oder nicht. Entweder sie investiert in die Technik – oder sie lässt es bleiben. Der Kauf scheitert derzeit nicht an den hohen Kosten für ein E-Mobil, sondern daran, dass man dafür dann auch noch eine unausgereifte Technologie bekommt, die alle hundert Kilometer an die Steckdose muss.

Wenn der Staat diesem Produkt unter die Arme greifen soll, dann können dafür nur ökologische Gründe gelten. Dann aber muss mit dem gleichen ökologischen Argument im Gegenzug das ebenfalls mehrere Milliarden Euro teure Dienstwagenprivileg in Frage gestellt werden. Denn dieses ist ein Verkaufsförderprogramm für meist größere Karossen.

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Akku als Range Extender

Nebenbei, es gab auch Ansaetze bei denen man Akkus mit hoher Leistungsdichte oder Superkonsatoren als Puffer und zusaetzlich Akkus mit hoher Energiedichte als Range Extender verwendete.

Ziel: hohe Reichweite bei geringen Akkukosten

Z.B. MUTE oder Eos.

Werden diese Ansaetze nicht mehr verfolgt?

Allein, es fehlt das Wollen

Nachteile EV: Hoher Anschaffungspreis, "Tankstelle" am besten zuhause für viele nicht ralisierbar, lange Ladezeiten an "Zapfsaeule", gefühlt eine zu geringe Reichweite.

Nachteile lassen sich eliminieren, wenn man an der "Tankstelle" Sprit also Strom komplett "verpackt" im Akku kauft bzw. den leeren Akku gegen einen vollen Akku tauscht, wobei man einen Preis pro kWh bezahlt, der die Anschaffung des Akkus und Verschleiß berücksichtigt. Der dann auf Größe, Geometrie und Kapazitaet genormte Akku könnte vielleicht unter 10 Minuten gewechselt werden.

WinWin für Kunden und Hersteller.

Viel geringerer Anschaffungspreis, kurze Lade- bzw. Wechselzeiten nach normaler Strecke z.B. 300 km und dadurch beliebige Reichweite.

Allein es fehlt zur Zeit die Infrastruktur.

Berechnung am Beispiel des Akku des Nissan Leaf (30 kWh; 200.000 km; 6000,- Euro; Strompreis 20Cent/kwh; Verbrauch 15 kwh/100km)

Gesamtkosten Akku auf 200.000 km: 6000 Euro + 2 * 15 *0,2 *1000 Euro = 12.000 Euro

Verbrauchte Energie auf 200.000 km: 15*1000*2 kWh = 30.000 kWh

Preis: 12.000 Euro/30.000 kWh =40 Cent/kwh
=> 6 Euro auf 100 km






Hätte auch gerne einen Zuschuss gehabt!

Dieses Gejammer der Autolobby um einen Anschaffungszuschuss von bescheidenen 5000.-Euro für ein Elektro-Automobil kann ich nicht verstehen. Wie der Autor schreibt, wird sich die bessere Technologie schon durchsetzen. Das kann aber noch dauern, ich würde raten, genau auf die Garantieangaben für die Stromspeicher zu achten. Beim E-Bike beträgt sie meist nur 1 Jahr, dann werden evtl. 300 bis 700 Euro für einen neuen Akku fällig. Bei meinem Pedelec ist der Akku nun nach ca. 200 Ladezyclen defekt, er sollte eigentlich 500 mal aufladbar sein. Das Rad wurde im Sommer und wie im Winter genutzt, keine langen Ruhezeiten.

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