Di., 09.02.2016

Kommentar zum Fleischkonsum Das Grundproblem bleibt

Symbolbild

Symbolbild Foto: Axel Heimken/dpa

Von Dietmar Kemper

Die vom WWF vorgeschlagene Stickstoffüberschussabgabe ist ein sinnvolles Instrument für den Umweltschutz, wenn das Geld nicht in Schäubles Haushalt fließt, sondern in die Förderung von nachhaltigen Produktionsmethoden und artgerechter Tierhaltung. Überdüngung ist ein ernsthaftes Problem und Ergebnis einer Turbowirtschaft, in der es darum geht, möglichst viel möglichst schnell zu produzieren.

Eine solche Abgabe würde allerdings neue Bürokratie schaffen – Stichwort Hoftorbilanz. Und sie würde ein anderes, gravierendes Problem nicht lösen: Solange die Deutschen hauptsächlich billig essen wollen und die Lebensmittelriesen den Bauern keine fairen Preise für ihre Produkte zahlen, würde eine Art »Fleischsteuer« den ruinösen Preiskampf nur noch verschärfen und die Landwirte zu weiteren Rationalisierungsmaßnahmen zwingen.

Wir Verbraucher sind gefragt, wir müssen unser Verhalten überdenken! Der Staat kann nachhelfen, nicht indem er einen regelmäßigen Veggie day vorschreibt, sondern indem er zum Beispiel den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Fleisch abschafft. Das wäre keine Bevormundung, sondern ein Gebot der Vernunft. Es könnte den übermäßigen Fleischkonsum abschwächen, der eine Belastung für Gesundheit und Umwelt darstellt.

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