Fr., 12.02.2016

Kommentar zum Fall Edathy Gabriels Schnellschüsse

Sebastian Edathy.

Sebastian Edathy. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Von Stefan Vetter

Der legendäre Comic-Held Lucky Luke vermochte bekanntlich schneller zu schießen als sein Schatten. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel ist diese Eigenschaft nicht fremd. Dumm nur, dass der Obergenosse dabei selten trifft.

Als die Edathy-Affäre vor zwei Jahren hochkochte, forderte Gabriel prompt den Parteiausschluss des Bundestagsabgeordneten. Doch eine Bezirks-Schiedskommission der SPD entschied anders. Auch wenn Sebastian Edathy seine politische Karriere wegen des Besitzes von Bildern nackter Kinder damals schon hinter sich hatte, reichte sein abstoßendes Verhalten nicht für einen Entzug des Parteibuchs aus. Dies hat nun auch das oberste Parteigericht im Kern bestätigt.

Für Gabriel ist das kein Ruhmesblatt. Schon im Fall Thilo Sarrazin hatte er auf einen Rausschmiss wegen dessen abfälliger Äußerungen über Zuwanderer und Bedürftige gepocht. Aber am Ende wog die Meinungsfreiheit schwerer. Sarazzin war gewiss parteischädigendes Verhalten vorzuwerfen.

Aber eben im politischen und moralischen Sinne, nicht im strafrechtlichen. So ist es nun auch bei Edathy gekommen. Das juristische Verfahren war vom Landgericht Verden eingestellt worden. Gabriel sollte künftig besser nachdenken, statt aus der Hüfte zu schießen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3806706?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F