Mo., 22.02.2016

Kommentar zu Grenzkontrollen Diesmal wird es schlimmer

Symbolfoto.

Symbolfoto. Foto: Armin Weigel/dpa

Von Bernhard Hertlein

So ist anscheinend der Mensch: Was etwas wert ist, merken wir erst, wenn wir es nicht mehr haben.

Die schrittweise Wiedereinführung von Grenzkontrollen, mit der Flüchtlinge von der Einreise abgehalten werden sollen, wird natürlich Einfluss auf die Bewohner der Europäischen Union haben. Ob man nun 77 oder 470 Milliarden Euro errechnet, immerhin das Anderthalbfache des Bundeshaushalts: Riesig ist der Schaden auf jeden Fall.

Mit weitreichenden Veränderungen ist es nun einmal so, dass sich ihre Dynamik vorher nur unzureichend berechnen lässt. Das war bei dem Wegfall der Grenzkon­trollen. Und das wird bei ihrer Wiedereinführung genauso sein – nur in entgegengesetzter Richtung. Die exportstarken deutschen Unternehmen sind darauf angewiesen, dass ihre Waren jenseits der Grenzen schnell verfügbar sind. Und fast noch wichtiger: Dass Zulieferungen dann an der Maschine ankommen, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Die Erinnerung an die kilometerlangen Schlangen beispielsweise am Brenner und vor der polnischen Grenze können noch nicht ganz verblasst sein. Angesichts des in der Zwischenzeit stark gestiegenen Verkehrsaufkommens sind nur vermutlich nur ein flacher Abklatsch dessen, was da auf uns zukommen kann.

Kommentare

Nun gut, dann ist das eben so!
Wenn diese Grenzkontrollen nicht eingeführt bzw. intensiviert werden, kostet es bzw. verlieren wir noch viel mehr und das ist nicht mit Geldsummen zu beziffern. Wir verlieren unser Land, unsere Identität, unsere Kultur. Dafür, daß das alles erhalten bleibt, stelle ich mich gerne ein Stündchen an die Grenze und zeige meinen Ausweis oder zahle ein paar Cent mehr für das eine oder andere Produkt. Abgezockt werden wir doch ohnehin, da spielt das auch keine Rolle mehr.

Sehr suspekt

Es erscheint mir sehr suspekt, also Gegengewicht zu den notwendigen Grenzkontrollen wirtschaftliche Faktoren in den Ring zu werfen, um sich eben genau gegen diese Kontrollen auszusprechen. Es geht um die Existenz Deutschlands und Europas und da interessieren wirtschaftliche Faktoren zunächst überhaupt nicht. Der Staat muss gesichert werden, sein territoriales Überleben muss gesichert werden. Wenn wir das nicht schaffen, brauchen wir uns um Erträge aus Exportgeschäften eh keine Gedanken mehr machen.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3825249?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F