Kommentar zur FDP Ostwestfalen-Lippe
Kein guter Stil

Für Frank Schäffler ging es beim Bezirksparteitag der FDP um nichts weniger als seine politische Laufbahn. Hätte der als Euro-Kritiker bundesweit bekannt gewordene Liberale den Vorsitz in der Region abgeben müssen, wäre wohl auch der relativ sichere Listenplatz für die Bundestagswahl verloren gewesen.

Sonntag, 28.02.2016, 22:15 Uhr
Der alte und neue FDP-Bezirksvorstand (von links): Schatzmeister Marc Lürbke, Schriftführerin Laura von Schubert, stellv. Bezirksvorsitzender Kai Abruszat, Bezirksvorsitzender Frank Schäffler und stellv. Bezirksvorsitzender Markus Schiek. Foto: Andreas Schnadwinkel
Der alte und neue FDP-Bezirksvorstand (von links): Schatzmeister Marc Lürbke, Schriftführerin Laura von Schubert, stellv. Bezirksvorsitzender Kai Abruszat, Bezirksvorsitzender Frank Schäffler und stellv. Bezirksvorsitzender Markus Schiek. Foto: Andreas Schnadwinkel

Schäffler musste zittern, weil der Bielefelder FDP-Kreisvorsitzende Jan Maik Schlifter gegen ihn antrat. Dafür straften im Gegenzug die Schäffler-treuen Kreisverbände Lippe, Herford und Minden-Lübbecke den Bielefelder FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Björn Kerbein ab und ließen ihn sogar bei der Wahl um den wenig aussichtsreichen Listenplatz 3 durchfallen – in einem zweiten Wahlgang. Das ist kein guter Stil.

Frank Schäffler, der nach nur 61,7 Prozent Zustimmung als Vorsitzender ankündigte, sich um die Einheit der FDP in der Region bemühen zu wollen, hätte ein Zeichen setzen und vor der entscheidenden Abstimmung für Björn Kerbein werben können. Er tat es nicht und hat damit den offensichtlichen Konflikt in der OWL-FDP verschärft.

Was ist von einem Bezirksverband zu halten, der seine Abgeordneten – von denen er nicht übermäßig viele hat – demütigt? Im Hinblick auf die Wahlkämpfe in Land und Bund sind das keine guten Aussichten.

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