Mo., 07.03.2016

Kommentar zur Entlassung von Michael Born beim SC Paderborn Ein Verein im Chaos

Michael Born ist nicht mehr Manager des SC Paderborn.

Michael Born ist nicht mehr Manager des SC Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Endlich Ruhe im Verein und alles dem Klassenerhalt unterordnen. Das war die Paderborner Botschaft nach der Entlassung von Trainer Stefan Effenberg vergangene Woche. Ruhe? Nach der gestrigen Meldung über die Trennung von Manager Michael Born klingt das wie ein schlechter Witz.

Einer, über den alle, die es mit dem SCP halten, längst nicht mehr schmunzeln können. Der Rest in Fußball-Deutschland dürfte den einst so sympathischen Provinz-Klub, der bis an die Tabellenspitze der 1. Bundesliga stürmte, nur noch belächeln. So steil der Aufstieg war, umso tiefer ist der Fall. Für noch mehr Schaden als der sportliche Absturz sorgen die Nebengeräusche. Zwei Trainer gefeuert, drei Spieler suspendiert, einen zurückgeholt, die Affäre um Nick Proschwitz, der Zick-Zack-Kurs von Präsident Wilfried Finke: Als wäre das nicht schon mehr als genug gewesen.

Born: nie geliebt, aber geschätzt

Mit Effenbergs Rausschmiss wollte Finke den Schlussstrich unter das negative Image des Vereins ziehen. Boulevard, nein danke. Doch einer ging noch – und der heißt Born. Effenberg war »nur« ein Trainer, wenn auch ein sehr prominenter. Born war mehr. Mit dreijähriger Unterbrechung arbeitete er seit 20 Jahren für den Verein und hat ihn an der Seite von Finke mitgeprägt. Nie geliebt, aber aufgrund vieler Transfererfolge geschätzt.

Überraschend ist, wie bei Effenberg, der Zeitpunkt der Ablösung. »Nachher ist man immer schlauer«, antwortete Finke auf die Frage, warum Effenberg nicht nach dem entgleisten Mannschaftsabend und der Prosch­witz-Entblößung in Belek oder dem 0:4 gegen Kaiserslautern gehen musste. Neben der Kaderzusammenstellung und den fehlenden Punkten fielen auch die Ereignisse im Trainingslager mit in Borns Verantwortungsbereich. Der war seitdem noch umstrittener und hielt weiter zu Effenberg. Da hätte Finke handeln müssen. Aber jetzt?

Große finanzielle Folgen

Die Freistellungen der sportlichen Führung haben auch finanzielle Folgen. Die Saison wird ein Fass ohne Boden. Zu überteuerten Transfers wie von Kevin Stöger oder Hauke Wahl (zusammen fast zwei Millionen) kommen Abfindungen. Oder die Geschassten sitzen ihre Verträge ab. Für die Spieler ist das Chaos ein willkommenes Alibi. Denn wer kann in so einem Umfeld schon Optimales leisten?

Kommentare

Finke sollte keine neue Saison kandidieren

Der Vorstand hat dem Verein in dieser Saison massiven Schaden zugefügt, es droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Alles wofür Finke gekämpft hat, droht er nun selbst zu vernichten. Wie konnte es soweit kommen? Nun, die Antwort ist ganz einfach. Finke und seine Vorstandskollegen sind abgehoben. Finke wollte nicht erneut kandidieren, er hat es trotzdem getan, aus Eitelkeit und weil der Aufstieg ihm zu Kopf gestiegen ist. Mit der Freistellung von Born, versucht Finke nur sein eigenes Erbe zu retten, die Mannschaft ist ihm anscheinend egal, er hat damit nicht positiv für den Verein gehandelt, sonst wäre Born bis Saisonende geblieben. Ich sehe Hauke Wahl übrigens keinesfalls als überteuerten Einkauf, Stöger mag sein. Aber Wahl ist ein gutes aufstrebendes und junges Talent, den es zu halten gilt und der langfristig in die Mannschaft integriert werden muss. Das Zerwürfnis mit den Fans durch die überteuerten Eintrittspreise war übrigens ein weiterer Fehler. Man muss sich das Mal überlegen, vor 3 Monaten hat Finke noch vom Wiederaufstieg in Liga 1 gequatscht, wo ihn alle Fans schon ausgelacht haben. Sagt dem Mann eigentlich niemand mal die Meinung?

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