Fr., 11.03.2016

Kommentar zu den paritätischen Krankenkassenbeiträgen Mit den Arbeitgebern wäre Gesundheit billiger

Ein Arzt untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop.

Ein Arzt untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Gesundheit ist teuer und wird immer teurer. Jedenfalls in Deutschland. 2014 wurden insgesamt 328 Milliarden Euro im Gesundheitswesen ausgegeben – eine Steigerung um 13,3 Milliarden Euro oder 4,2 Prozent gegenüber 2013.

Das sind die aktuellsten Zahlen, die das Statistische Bundesamt hat. Nach der jüngsten Erhöhung der Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf bis zu 16,1 Prozent des Einkommens werden die Kosten weiter steigen. Und nun kündigt der GKV-Bundesverband an, dass mit noch höheren Zusatzbeiträgen zu rechnen sei – wenn die Politik nicht dafür sorge, dass die Überkapazitäten bei Krankenhäusern abgebaut und die Arzneipreise gesenkt würden.

Den allgemeinen GKV-Beitragssatz, den sich Arbeitgeber und Ar­beitnehmer teilen, hat der Gesetzgeber bei 14,6 Prozent gedeckelt. Was darüber hinausgeht, bezahlen Ar­beitnehmer über die Zusatzbeiträge alleine – derzeit bis zu 1,5 Prozent. Wegen dieser steigenden Kosten fordern SPD, Grüne und Linke, die Arbeitgeber wieder zur Hälfte an den Gesamtbeiträgen zu beteiligen. Dabei geht es dien Parteien um eine gerechte, paritätische Finanzierung steigender Gesundheitskosten.

Doch ein anderer Effekt würde stärker wirken: Wenn die Arbeitgeber wieder für 50 Prozent der Beiträge aufkommen müssten, würden die Beiträge höchstwahrscheinlich weniger stark steigen.

Arbeitgeber sind eine starke Lobby, sie hätten mehr als ein Auge auf die Ausgaben der Krankenversicherungen und die überhöhten Gehälter der GKV-Vorstände, die mit bis zu 270.000 Euro soviel im Jahr verdienen wie die Bundeskanzlerin.

Aber das sind gewiss nicht die einzigen Auswüchse eines Gesundheitssystems, das von Jahr zu Jahr teurer, aber nicht besser wird.

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