Mo., 16.05.2016

Kommentar zum Abstieg des SC Paderborn Alles falsch gemacht

Der SC Paderborn erlebt einen traurigen Abgang aus der 2.Liga.

Der SC Paderborn erlebt einen traurigen Abgang aus der 2.Liga. Foto: Oliver Schwabe

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Es gibt einen Standort, dem am letzten Spieltag in den oberen Fußball-Ligen so richtig das Grauen gelehrt worden ist. Stuttgart. Dass die zweite Mannschaft des VfB in die Regionalliga herunter muss, stand lange fest. Zu Pfingsten fügten sich auch die Bundesligaprofis in ihr Schicksal. Unter dramatischen Umständen verpassten dann noch die Kickers den Klassenerhalt in der 3. Liga.

Stuttgart adele.

Schwere Stunden im Fußball, die es auch woanders gab. Fast unbemerkt vom Rest der Welt ist Energie Cottbus in der Viertklassigkeit verschwunden, die Erben des legendären Ede Geyer haben es über die Jahre gründlich vermasselt.

Nicht immer vollzieht sich ein Niedergang so schleichend wie in der Lausitz, das kann auch sehr viel schneller gehen. Kickers Offenbach, der FC St. Pauli, die SpVgg Unterhaching und der SSV Ulm wurden sturzflugartig von der ersten in die dritte Liga durchgereicht. Nun hat das Quartett Zuwachs aus Ostwestfalen bekommen. Dem SC Paderborn sollte es eine Warnung sein, dass nur St. Pauli wieder auf Kurs ist, und die anderen Doppel-Absteiger bis heute keine nennenswerte Rolle mehr spielen.

Das Hü und Hott mit Effenberg zählt zu Tops der Mängeliste

Der SCP hat in dieser Saison alles falsch gemacht. Das begann mit dem Zusammengewürfel der Mannschaft, die viel weniger war als die Summe ihrer Einzelteile. In der Verantwortung dafür stand Manager Michael Born, der aber nicht deswegen gehen musste, sondern erst im Zuge der spektakulären Auskehr-Aktionen, mit denen auch ein paar Spieler und Trainer Effenberg weggefegt wurden. Den Klassenerhalt schaffte der Klub auch durch seine von Verzweiflung zeugenden Korrekturen nicht.

Das Hü und Hott mit Stefan Effenberg zählt dabei zu den unangefochtenen Tops der Mängeliste. Ihn abzufeiern, anzuzählen, zu bestärken und schließlich doch vor die Tür zu setzen, bündelte sich zu einer furiosen Farce. Am Ende gibt es eine gültige Bemessungsgrundlage für alle kleinen, großen und nicht wieder gutzumachenden Fehler. Für den SC Paderborn heißt das: Platz 18, die wenigsten Siege, die meisten Niederlagen, die schlechteste Offensive, die zweitschlechteste Defensive. Die Tabelle ist das Argument. Nun wird sich der Drittligist neu aufstellen, das ist durch den Rücktritt des mächtigen Präsidenten Wilfried Finke sehr wörtlich zu nehmen.

Zwei Jahrzehnte in und an der Vereinsspitze fordern ihren Tribut, man kann nur ahnen, wieviel allein auf das Konto von 2015/2016 geht. »Es ist alles nicht zu begreifen«, stammelte SCP-Profi Floran Hartherz. Aus der ersten in die zweite Liga könne man absteigen, aus der zweiten in die dritte nicht.

Und wie das geht.

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4008529?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F