Mo., 01.08.2016

Kommentar zur Rente Mut zur Wahrheit

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Stefan Vetter

Mit ihrer Ankündigung, auch noch einmal ganz fundamental über das geltende Rentensystem nachzudenken, hat die Bundesregierung große Erwartungen geweckt. Bei den Gewerkschaften will man die kämpferische Begleitmusik dazu liefern.

Ebenfalls nach der Sommerpause soll eine Kampagne für einen Kurswechsel bei der Rente starten. Das Zauberwort heißt höheres Rentenniveau. Dabei ist das Thema viel zu komplex, um es in einfache Botschaften zu pressen. Ein paar einfache Wahrheiten bleiben aber: Wer glaubt, allen eine auskömmliche gesetzliche Rente versprechen zu können, der ignoriert, dass sich das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Ruheständlern zunehmend ungünstiger entwickelt.

Vor diesem Hintergrund gibt es nur drei Möglichkeiten: ein sinkendes Rentenniveau, ein noch höheres Renteneintrittsalter oder akut steigende Beiträge. Alle drei Varianten sind unpopulär. Wenn Gewerkschaften eine neue Rentenwelt kreieren wollen, dann sollten sie sagen, welche Belastungen konkret auf Arbeitnehmer zukämen. Schließlich handelt es sich um ihre ureigene Klientel.

Kommentare

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Es gibt viel zu tun, fangen wir erst gar nicht an.
Immerhin profitieren ja auch einige von diesem System, naemlich die, die in einem anderen System sind.
Da treibt man doch lieber einen Keil zwischen Junge und Alte und Familien und Kinderlose.
Und siehe da, genau das funktioniert; alles bleibt so wie es ist.
Und seit ungefaehr 30 Jahren (so las ich zumindest) geistert da ein Wort durch die Welt, das ich an dieser Stelle auch gerade deswegen nicht benutze, da es, obwohl es mit der Realitaet herzlich wenig zu tun hat, wie kein anderes diesen Keil darstellt.

?

4. Reduzierung oder Abschaffung der versicherungsfremden Leistungen (womit es dann allerdings keine Sozialversicherung mehr waere?) oder zumindest Finanzierung aus Steuermitteln (Stichwort gesamtgesellschaftliche Aufgaben)
5. Herabsetzung des Renteneintrittsalters auf das reale Renteneintrittsalter von 63, dafuer Bezahlung aus der Rentenkasse nur bis 78, dann Bezahlung des gleichen Rentenbetrags aus Steuergeldern
6. Einbeziehung aller Berufe in die gesetzliche Rentenversicherung
7. Einführung eines auf 2 Saeulen basierenden Rentenmodells; eine steuerfinanzierte Grundrente und eine beitragsfinanzierte Zusatzrente
8. Finanzierung nicht mehr aus Beitraegen, sondern aus Gebühren auf alle Produkte und Dienstleistungen, wobei die Preise nicht unbedingt steigen muessten, da ja auch die beitragsbedingten Lohnnebenkosten entfielen
9. Erhoehung der Loehne und Gehaelter, so dass auch die Beitraege bei gleichbleibenden Saetzen stiegen. Wobei dies aber genau wie die Erhoehung der Zahl der Beitragszahler auch nicht wirklich eine Lösung ist, da diese schliesslich auch wieder irgendwann in Rente gehen.
10. ...

Nicht vergessen, jeder zahlt fuer seine eigene Rente Beitraege (siehe z.b. "Volkswirtschaftslehre: Mikro-und Makroökonomie" von Hanno Beck).

Der Staat verpflichtet jeden Einzelnen beim Eintritt ins Berufsleben, Beitraege zu zahlen.
Im Gegenzug verpflichtet er sich, dann auch unter Anderem basierend auf  der Hoehe der Beitraege und Anzahl der Beitragsjahre irgendwann eine Rente zu zahlen.

Woher er das Geld dann nimmt bleibt letztendlich ihm überlassen.

Zur Zeit wird ungefaehr ein Drittel aus Steuermitteln finanziert.

2 Kommentare

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