Kommentar zu Steinmeier
Noch ist alles offen

Von Diplomatie ist keine Spur, wenn Frank-Walter Steinmeier den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump einen »Hassprediger« nennt. Damit mag er vielen Deutschen aus der Seele sprechen, die den Wahlwahnsinn in den USA nicht verstehen können. Aber in seiner Funktion als deutscher Außenminister muss Steinmeier mehr Zurückhaltung wahren, um auch künftig außenpolitische Ziele in den Vereinigten Staaten durchsetzen zu können.

Samstag, 06.08.2016, 22:31 Uhr aktualisiert: 06.08.2016, 22:40 Uhr
Frank-Walter Steinmeier hat den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump einen »Hassprediger« genannt. Foto: dpa
Frank-Walter Steinmeier hat den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump einen »Hassprediger« genannt. Foto: dpa

Wie peinlich es ist, eine Beziehung zu kitten, nachdem viel Porzellan zu Bruch gegangen ist, hat Boris Johnson gezeigt. Der Brexit-Befürworter polterte vor dem britischen Referendum gegen EU und USA. Heute ist er britischer Außenminister und muss die Scherben wieder aufsammeln.

Steinmeier scheint schon sicher zu sein, dass Demokratin Hillary Clinton das Rennen um das mächtigste Amt der Welt macht. Aber das Ergebnis in diesem unberechenbaren US-Wahlkampf steht noch lange nicht fest. Der Außenminister sollte deshalb abwarten. Andernfalls ist die Tür ins Weiße Haus verschlossen, falls am Ende Donald Trump dort sein Klingelschild anbringt.

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