Kommentar zum Bayern-Präsident
Resozialisierung de luxe

Uli Hoeneß macht ernst. Ende des Jahres will und wird der 64-Jährige wieder Präsident des größten Sportvereins der Welt sein. Nicht alle der 277.000 Mitglieder werden ihm im November das Vertrauen aussprechen. Aber dass Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung von den Anwesenden nicht gewählt wird, liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft.

Montag, 08.08.2016, 22:00 Uhr aktualisiert: 09.08.2016, 14:48 Uhr
Uli Hoeneß. Foto: dpa
Uli Hoeneß. Foto: dpa

Die Bayern haben Hoeneß schon länger den roten Teppich zurück in die Präsidentenstube an der Säbener Straße ausgerollt: Sie ließen in ihrer Satzung einen Passus streichen, demzufolge nur unbescholtene Bürger Mitglied sein können. Karl Hopfner hat Hoeneß den Sessel warmgehalten, jetzt macht er wieder Platz für den wahren Patron dieses sehr speziellen Klubs.

Doch wie wird Hoeneß zurückkehren nach seiner Haftstrafe, von der er ja lediglich die Hälfte verbüßen musste? Geläutert? Wie demütig wird er umgehen mit seiner Resozialisierung de luxe? Dass Hoeneß wieder Präsident wird, ist alles, nur nicht selbstverständlich. Nicht viele Ex-Häftlinge bekommen eine zweite Chance wie diese.

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