So., 28.08.2016

Kommentar zur Kanzlerkandidatur Merkel hat Zeit

Angela Merkel schweigt zu einer möglichen Kanzlerkandidatur.

Angela Merkel schweigt zu einer möglichen Kanzlerkandidatur. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Von Ulrich Windolph

In Berlin wird munter spekuliert, doch Angela Merkel schweigt weiter. Ob sie sich um eine vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin bewirbt, bleibt ihr Geheimnis. Und wann sie es lüftet, auch.

Un­ter Druck setzen lässt sich die CDU-Vorsitzende dabei von niemandem – weder vom plötzlich deutlich um Distanz bemühten Koalitionspartner SPD noch vom tapfer Distanz haltenden CSU-Chef Horst Seehofer.

Viel spricht dafür, dass Angela Merkel im September 2017 noch einmal antreten will – nichts aber, dass sie das bald schon sagt. Denn was sollte ihr eine so frühe Erklärung bringen? Allenfalls mehr Druck – und davon hat die Kanzlerin schon genug.

Für die CDU/CSU sieht die Sache freilich anders aus. Je länger Merkel schweigt, desto schwerer würde es für die Union, im Falle ihres Verzichts einen anderen Kanzlerkandidaten aufzubauen. Viel wichtiger jedoch: Ein parteiinterner Herausforderer ist weit und breit nicht in Sicht. Trotz ihrer Flüchtlingspolitik und auch ohne persönliche Bestwerte in den Umfragen ist Angela Merkel für die CDU/CSU immer noch erschreckend alternativlos.

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