Mo., 17.10.2016

Kommentar zur Geburtenrate Nur ein Lichtblick

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Stefan Vetter

Nur um die Bevölkerungszahl konstant zu halten, müsste jede Frau in Deutschland durchschnittlich 2,1 Kinder gebären. Davon ist man bei aller positiven Tendenz weit entfernt. Und das trotz milliardenschwerer Ausgaben, um die Gründung von Familien zu erleichtern.

Das Beste, was sich über diese Hilfen sagen lässt, ist, dass die Geburtenraten deshalb womöglich nicht noch stärker gesunken sind. Aber es bedarf eben auch eines kinderfreundlichen Klimas in der Gesellschaft. Es braucht Arbeitgeber, die nicht gleich die Nase rümpfen, wenn Mütter oder Väter wegen ihres Nachwuchses eher gehen müssen. Notwendig sind Betreuungseinrichtungen mit möglichst langen Öffnungszeiten. Und es braucht Anwohner, die Kinderspielplätze als Bereicherung statt als Störfaktor empfinden. Nur in der Kombination aus guten materiellen und ideellen Bedingungen kann der Trend zu mehr Kindern an Fahrt gewinnen. Für die Renten der Baby-Boomer-Generation käme auch diese Entwicklung zu spät. Es fehlt ein großer Teil der beitragszahlenden Generation dazwischen. Auch das gehört zur Betrachtung.

Kommentare

Viel bringt viel?

Trotz milliardenschwerer Hilfe (ich denke, gemeint ist hier nicht das Kindergeld) ist die Durchschnittszahl der Kinder pro Frau nur um 0,1 gestiegen. Gemaess Frau Schwesigs Denkansatz muesste doch dann eine Versiebenfachung der zur Verfügung gestellten Mittel zum gewünschten Erfolg führen. Man ahnt schon, zumindest wenn man nicht Urheber dieser Strategie ist, dass das wohl nicht funktionieren wird. Genannte Klimaänderung führt wohl eher zum Erfolg.

Bei den Renten ist wohl, obwohl es wohl keine Studie gibt, die zwischen dem noch aelter werden von Beamten und Rentnern unterscheidet, die Erhoehung der Rentenbezugsdauer das Problem, obwohl man zunaechst das Renteneintrittsalter ja überhaupt erreichen muss.

Wenn es ein Finanzierungsproblem gibt, gibt es immer 2 Lösungen. Vergrösserung der Einnahmen, Verkleinerung der Ausgaben. Genau das macht Politik, Herabsetzen des Rentenniveaus, Raufsetzen des Beitragsniveaus, Erhoehung des Renteneintrittalters.

Wie waere es denn mit Zusammenlegung der Versicherungen zumindest von Arbeitern, Angestellten und Beamten mit Festlegung des Rentenniveaus auf 60% des hoechsten Bruttolohns und Beitraegen der Letzgenannten in Hoehe des gleichen Beitragniveaus wie bei den jetzigen Rentenbeitagszahlern bei gleichem Brutto zumindest fuer die besser Verdienenden?

Wie waere es denn mit einer Fixierung des Renteneintrittalters auf 63 im Gegenzug dazu auch eine Fixierung der Rentenbezugsdauer auf 15 Jahre, wobei danach gleichhohe Renten aus Steuergeldern bezahlt werden müssten?

Wie waere es mit einer Aufhebung der Deckelung der Beitragsbemessungsgrenzen bei gleichzeitiger Einführung einer Hoechstrente von 2000 Euro?

???




Nicht, dass es Sinn machte, sich hier zu äußern ....

" Für die Renten der Baby-Boomer-Generation käme auch diese Entwicklung zu spät."


Im Umlageverfahren zahlt jeder Beitragszahler Geld für seine eigene Rente. Dagegen kann er sich auch nicht wehren. Da jeder für seine eigene Rente einzahlt, bekommt man und nicht etwa die Eltern oder Großeltern oder andere einer älteren Generation auch zuweilen eine sogenannte Renteninformation (Rentenbescheid ist, wenn man wirklich in Rente geht), in der steht, wieviel Rente man dereinst bekommt, wenn man weiterhin wie im Schnitt der letzten 5 Jahre verdient und dementsprechend Beiträge zahlt. In der Zeit in der der Beitragszahler sowieso nicht an "sein" Geld kommt also vor Renteneintrittsalter, leiht sich der Staat (und auch dagegen kann sich der Beitragszahler nicht wehren) dieses Geld und gibt es den aktuellen Rentnern. Der Staat verpflichtet sich mit Eintritt ins Berufsleben gegenüber dem Beitragszahler diesem ab Renteneintrittsalter eine Rente zu zahlen, die in Korrelation zu Beitragshöhe und der Zahl der Beitragsmonate steht. Woher er das Geld letztendlich nimmt, ist seine Sache; er kann es auch aus Steuergeldern nehmen.

Zur Zeit beträgt das Gesamtvolumen 300 Mrd. an Renten jährlich. Um 90 Mrd. kommen aus Steuergeldern.

Last but not Least:
Wenn die Baby-Boomer in Rente gehen, dann haben die jahrelang für ihre Rente Beiträge gezahlt. Unter Anderem mit diesem Geld wurden und werden die aktuellen Rentner (da diese keine Baby-Bommer sind, müßte da doch reichlich Geld über sein; ist es aber nicht) ausgezahlt.

Ansonsten gebe ich Ihnen und vor Allem folgenden Satz recht: "Das Beste, was sich über diese Hilfen sagen lässt, ist, dass die Geburtenraten deshalb womöglich nicht noch stärker gesunken sind."

2 Kommentare

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