Kommentar zu Medikamenten aus dem Netz
Schutzzaun

Wer geglaubt hat, seine verschreibungspflichtigen Arzneien bald billiger per Versand zu beziehen als in der heimischen Apotheke, könnte enttäuscht werden. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will Online-Bestellungen einen Riegel vorschieben.

Samstag, 29.10.2016, 20:00 Uhr
Foto: dpa
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Offenbar geht es ihm mehr um das Wohl der Apotheker als um das der Patienten. Zweifellos kämpfen nicht wenige Pharmazeuten ums geschäftliche Überleben. Insbesondere in strukturschwachen Regionen müssen kleine Apotheken Konkurrenz aus dem Netz fürchten. Das Argument der vermeintlich unerlässlichen Vor-Ort-Beratung zieht nur bedingt.

Denn ein verschreibungspflichtiges Medikament heißt so, weil es der Arzt verordnet. Deshalb sollte jeder Patient wissen, was er einnimmt und warum. Zweifellos wittern Krankenkassen durch den Online-Versandhandel ein Sparpotenzial. Aber Patienten hätten davon auch ihren Vorteil. Es wäre ein Anachronismus, um Apotheken politisch einen Schutzzaun zu ziehen.

 

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