Kommentar zur Sterbehilfe
Begleiten, nicht töten

Die jährlichen »Todeslisten« in Belgien sind keine bloßen Statistiken. Dahinter stehen Einzelschicksale. Und die Zahlen verraten nichts von Schmerzen, Leiden und unvorstellbaren Qualen. Die Frage aber heißt: Ist die Vorstellung vom »würdigen Tod« tatsächlich die richtige Antwort?

Sonntag, 30.10.2016, 19:00 Uhr
Foto: dpa
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Sterbende und Schwerkranke muss man begleiten, nicht töten. Vielleicht verliefe die Diskussion anders, wenn sich Belgien nicht nur zu einer Liberalisierung seiner Sterbegesetzgebung entschlossen, sondern gleichzeitig eine Offensive für die Palliativmedizin gestartet hätte. Das aber geschah nicht. Und so bleiben die Daten vor allem deshalb unbrauchbar, weil sie nicht klar machen, wo Hilfe und Begleitung möglich und humaner gewesen wären, als einen Medikamenten-Cocktail anzurühren.

Dass der Tod zum Leben gehört, ist eine banale Weisheit. Aber sie weist Familie, Freunden sowie professionellen Helfern eine Verantwortung zu. Die besteht nicht darin, das Ende absichtlich herbeizuführen, sondern Beistand zu gewähren – bis zum letzten Atemzug. Das ist etwas anderes als das, was in Belgien geschieht.  

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