Kommentar zur deutsch-amerikanischen Handelsbeziehung
Es droht ein Poker

Keine Frage: Für Exportweltmeister Deutschland steht viel auf dem Spiel, wenn ausgerechnet die USA als größter Abnehmer mit Handelshürden drohen. Das politische Gipfeltreffen von Merkel mit Trump besitzt deshalb herausragende Bedeutung für die Wirtschaft.

Sonntag, 12.03.2017, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: Mike-Dennis Müller
Symbolbild. Foto: Mike-Dennis Müller

Der globale Handel wird nicht zurückzudrehen sein – das wird auch US-Präsident Donald Trump nicht gelingen. Ihm aber ist zuzutrauen, neue Regeln auf dem Weltmarkt zu platzieren – ganz gleich, wem diese schaden und ob sie am Ende dem eigenen Land wirklich nutzen.

Kanzlerin Angela Merkel tut gut daran, sich auf alles Erdenkliche einzustellen. Das wahrscheinlichste Szenario dürfte ein Poker mit Trump sein. Und dabei wird es dem US-Präsidenten wohl einmal mehr egal sein, ob er blufft oder wirklich gute Karten auf der Hand hat.

Beharrlichkeit ist gefragt. Es wird darum gehen, von Trump nicht nur gehört, sondern auch verstanden zu werden, zu ihm durchzudringen, ihn zu überzeugen. Die deutsche Autoindustrie etwa baut in den USA mehr Wagen, als sie dort verkauft. Und was die deutschen Autos in den USA, sind auf der anderen Seite die Milliardenumsätze von Internet- und Technologiekonzernen wie Apple und Google in der EU.

Der Welthandel ist keine Einbahnstraße. Und wenn die USA die Fahrbahn verengen, werden sich andere Wege auftun. China wartet schon. Nur: Letztlich könnte das Tempo für alle geringer werden – auch und gerade für Trumps USA.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 13.03.2017 10:49
Es droht ein Poker
Hut ab! Endlich einmal kein "Trump-Bashing". Ich hoffe, dass sich die Nüchternheit von Oliver Horst in der Redaktion durchsetzt. Vielleicht machen sich die Trump-Nörgler, dazu gehören auch der zukünftige Bundespräsident Steinmeier, der Trump als "Hassprediger" bezeichnete oder Schulz, der bei Trump die "Axt" anlegen wollte, mit der augenblicklichen Gesamtsitutation der USA vertraut. Und nicht nur über die Formate von Reuters und AP. Vielleicht fragen sie einmal, warum Trump gewählt wurde, wenn die Bundesstaaten von Amerika 80 Billionen US-Dollar verdeckte Schulden haben, 95,6 Millionen Amerikaner ohne oder ohne feste Arbeit sind, 500.000 Obdachlose durchs Land ziehen und ca. 45 Millionen Amerikaner von Essensmarken leben müssen. Viellleicht fragen sie einmal nach dem Verhältnis Im- und Export in den USA.
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