Kommentar zum Treffen zwischen Merkel und Trump
Es kann nur (noch) besser werden

Es wurden keine Krisen gelöst oder große Beschlüsse gefasst. Aber das war auch nicht erwartet worden, wenn der mächtigste Mann der Welt erstmals auf die mächtigste Frau Europas trifft.

Freitag, 17.03.2017, 21:31 Uhr aktualisiert: 18.03.2017, 07:49 Uhr
Erstes Treffen: Angela Merkel und Donald Trump. Foto: dpa
Erstes Treffen: Angela Merkel und Donald Trump. Foto: dpa

 Vielmehr ging es bei diesem Premieren-Besuch um ein reines Kennenlernen, ein erstes Beschnuppern. Zu sehen, ob die Chemie stimmt und welchen Umgang man miteinander pflegen will.

Am Ende war es ein Treffen, bei dem die Gemeinsamkeiten und die Zusammenarbeit immer wieder höchst diplomatisch betont wurden.

Aber: Der Besuch der Kanzlerin hat auch gezeigt, dass von Deutschland künftig mehr erwartet und insbesondere die USA Deutschland mehr abverlangen werden, als es in den vergangenen Jahren der Fall war.

Viertelstunde unter vier Augen

Auch bei diesem historischen Treffen sind es wieder die großen Bilder und Gesten, die um die Welt gehen (sollen). Auf Trumps ausdrücklichen Wunsch haben der US-Präsident und Angela Merkel eine Viertelstunde unter vier Augen gesprochen – nur Dolmetscher waren zugelassen.

Beim Fototermin kurz zuvor war es Trump, der Merkel keines einzigen Blickes würdigte und einen Handschlag offenbar ganz bewusst vermied, während die Kanzlerin fast schon genüsslich schmunzelte, als würde sie sich amüsieren.

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Bilder sagen mehr als tausend Worte: »Besser« hätten Trump und Merkel das aktuell angespannte Verhältnis der Öffentlichkeit nicht dokumentieren können. Beim anschließenden Austausch beider Wirtschaftsdelegationen und auch bei der Pressekonferenz war die Atmosphäre viel gelöster, fast schon freundschaftlich.

Wenn am Freitag eines deutlich geworden ist, dann das: Donald Trump wird vermutlich Angela Merkels größte Herausforderung werden – inhaltlich und persönlich. Er wirkte beim Premierentreffen zwar überraschend handzahm, vermied öffentliche Beschimpfungen, lobte Angela Merkel plötzlich ausdrücklich für ihre gute Politik und ließ auch kein America-first-Gehabe durchblicken.

Klipp und klar

Aber klipp und klar ist, dass Trump von Deutschland als Nato-Mitglied mehr Zahlungen verlangt als zuletzt. Er legt Wert auf faire Handelsbeziehungen, wobei der US-Präsident deutlich zu machen versuchte, dass Amerika in den vergangenen Jahren sehr ungerecht behandelt worden sei.

Auch Merkel hält viel von freiem und fairen Handel – sie meinen damit aber offenbar nicht das selbe. Darüber wird noch ernster zu reden sein. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob Trump und Merkel sich wirklich näher gekommen sind.

Der Anfang ist gemacht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Spätestens beim G 20-Gipfel Anfang Juli werden sich Donald Trump und Angela Merkel wiedersehen. Dann hat die Kanzlerin ein Heimspiel in Hamburg. Und Putin ist dann auch dabei.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 18.03.2017 18:24
Es kann nur (noch) besser werden
Das war kein Kennenlernen, sondern ein "Briefing" für eine Verteterin eines Vasallen-Staates, namens Deutschland. Das Land, das nach der Wiedervereinigung seine Souveränität so gut wie aufgegeben hat. Wer den Wahlkampf vor Ort erleben konnte, wer alle Wahlprogramme der Republikaner und der Konservativen, sowie deren Präsidentschaftsvertreter selbst gelesen hat und nicht Reuters, AP oder CNN gefolgt ist, musste erkennen, was "Amerika first" bedeutet. Wer weiss, dass die USA über 20 Billionen US-Dollar Schulden haben, über 94,6 Millionen Menschen ohne oder ohne feste Arbeit sind, über 45 Millionen Menschen von Essensmarken leben, 500.000 Menschen obdachlos sind, die USA ein Handelsdefizit aufweisen und und... Man kann doch nicht erwarten, das es "weiter so" gibt. Zweifler sollten einmal nachrecherchieren, warum Trump tatsächlich von wem gewählt wurde. Und wenn der zukünftige Bundespräsident Trump einen Hassprediger nennt und Merkel sich bei der Negativ-Beurteilung nicht zurückgehalten hat, muss sich doch nicht wundern, dass Trump verschnupft ist.
Nocebo  schrieb: 18.03.2017 13:14
Ich hoffe, es gibt noch Menschen, die wenigstens noch ein bisschen lachen können.
Nicht wirklich ernst und schon lang nicht bös gemeint:

):-o (-_-)
-<>-

Der Wille zur Verständigung ist schliesslich da. Das ist doch schon fast eine Merkel-Raute bei ihm.
2 Kommentare
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