Kommentar zum Vereinswechsel des Fußballers Neymar
Wenn der Preis egal ist

Die von Ungläubigkeit begleitete Fragestellung von früher hat ausgedient. Ist der Ronaldo das denn wert? Soviel Geld für einen Bale? Da galt die Empörung der Summe, die aufgerufen wurde. Was heute auf dem Markt für Fußballspieler hauptsächlich fassungslos macht: Es mischen da tatsächlich Menschen mit, denen es völlig egal zu sein scheint, ob sie 50, 100 oder 222 Millionen Euro hinblättern.

Mittwoch, 02.08.2017, 21:30 Uhr
Neymar bejubelt ein Tor im Camp Nou Stadion in Barcelona. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Neymar bejubelt ein Tor im Camp Nou Stadion in Barcelona. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa

Der Gesamtpaketpreis für Neymar schießt noch höher hinaus, einen ernsten Hinderungsgrund stellt allerdings auch das nicht da.

Nur Tradition lässt sich nicht belügen und Charisma nicht kaufen. Darum kann sich ein Klub wie Paris SG noch so in die Transfer-Galaxie katapultieren, er wird im Kult-Ranking nicht aufrücken. Die Franzosen bleiben, was das angeht, hinter den Barcelonas, Bayerns, Reals, Manchesters und ähnlichem zurück.

Aber gut, dieses Thema juckt Nasser Al-Khelaifi vermutlich nicht sonderlich. Der katarische Käufer brasilianischer Topware sieht die Business-Seite, und eines Tages wird er vermutlich verkünden, dass sich der kleine Betrag, den er damals ausgeben musste, in jedem Fall gelohnt hat. Sich einen Verein zu leisten, den mit vermarktungsrelevanten Luxuskräften zu versorgen, ist ja auch ein Geschäftsmodell.

Man darf es dabei schon mit einem Schmunzeln nehmen, dass nun auch einem FC Barcelona der Supermann abspenstig gemacht wird. Der Fußball-Trip zwischen Geldrausch, Scheinwelt und Irrsinn geht weiter

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