Kommentar zu den USA
Die Saat des Hasses

Eine Frau war tot, und Dutzende weitere Menschen lagen verletzt im Krankenhaus, als Donald Trump am Samstag endlich vors Mikrofon trat. Eine klare Distanzierung vom Terror der Alt-Right-Bewegung und des Ku-Klux-Klans vermied der Mann, der sonst um keine Zuspitzung verlegen ist.

Sonntag, 13.08.2017, 21:30 Uhr
Ausschreitungen in Charlottesville. Foto: dpa
Ausschreitungen in Charlottesville. Foto: dpa

Trumps Schweigen ist kein Zufall. Er selbst hat mit nationalistischen Parolen, der Verleumdungskampagne gegen seinen Vorgänger Barack Obama und der Beförderung des Breitbart-Ideologen Stephen Bannon ins Weiße Haus die spalterische Saat gesät, die nun aufgeht. Und er hat die krebsartige Wucherung des Hasses in der amerikanischen Gesellschaft mit maßlosen Ausfällen gegen seine Gegenkandidatin Hillary Clinton (»Werft sie in den Knast!«), die Medien (»Feinde des Volkes«) und ausländische Straftäter (»Tiere«) befördert. Trumps morgendliche Tweets sind das toxische Aufputschmittel aller Wutbürger und Politikverächter im Land.

Die linksliberale Öffentlichkeit in den USA aber wirkt paralysiert, und Trumps Parteifreunde kuschen. Bislang ist niemand in Sicht, der die verhängnisvolle Entwicklung stoppen könnte.

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