Kommentar zur Alno-Pleite
Ein bitterer Niedergang

Das Ende beim Küchenbauer Alno mit seiner Tochter Wellmann in Enger ist so bitter wie lange befürchtet. Für Misswirtschaft und Managementfehler müssen mehr als 1000 Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsplatz bezahlen. Sie sind die großen Verlierer.

Samstag, 25.11.2017, 21:30 Uhr
Alnos Standort in OWL ist Enger. Dort ist die Tochter Wellmann beheimatet. Foto: Oliver Schwabe
Alnos Standort in OWL ist Enger. Dort ist die Tochter Wellmann beheimatet. Foto: Oliver Schwabe

In einer seit Jahren dank des Baubooms im Inland und florierender Geschäfte im Ausland wachsenden Branche hat Alno es nie geschafft, die Kurve zu kriegen. Dafür lastete auch ein zu hoher Schuldenberg auf dem Unternehmen.

Der Versuch, sich davon zu befreien, kam spät und ging schief. Der Einstieg des umstrittenen Investors Tahoe brachte nicht die Wende. Der Streit zwischen dem langjährigen Vorstand und dem Geldgeber belastete den strauchelnden Konzern bis zuletzt. Und er dürfte auch noch vor Gerichten Fortsetzung finden.

Weil auch die Großkunden das Vertrauen in Alno verloren haben, war das Ende unausweichlich. Die Mitarbeiter können nur hoffen. Darauf, dass sie in der Küchenregion OWL bei den Branchenriesen einen neuen Job finden. Oder dass bei der Abwicklung doch noch ein Investor das Wellmann-Werk kauft, der – dann ohne Tarifbindung – einen Neuanfang wagt.

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