Kommentar zur Loveparade-Prozess
Ein bisschen Trost

Der Loveparade-Prozess begann mit einer Flut von Anträgen, unter anderem mit Befangenheitsanträgen gegen zwei Ergänzungsschöffen. Das ist keine Überraschung, schließlich besteht die Taktik der Anwälte der zehn Angeklagten darin, den Prozess in die Länge zu ziehen. Richter Mario Plein und die Staatsanwaltschaft stehen unter Zeitdruck: Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe.

Freitag, 08.12.2017, 21:30 Uhr
Der Loveparade-Prozess hat begonnen. Foto: dpa
Der Loveparade-Prozess hat begonnen. Foto: dpa

Schuld daran ist die Kammer des Landgerichts Duisburg, die mehr als zwei Jahre lang die Anklage prüfte, sie aber dann nicht zur Hauptverhandlung zuließ. Es brauchte erst eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht, um das zu ändern. In jedem Fall verstrich wertvolle Zeit.

Ob der Prozess die Schuld der Angeklagten zweifelsfrei nachweisen kann, ist fraglich. Dass er stattfindet, ist gleichwohl wichtig für die Angehörigen der 21 Toten und die mehr als 600 Verletzten. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, was bei der Planung und Genehmigung der Loveparade schieflief und wer wo konkret versagt hat. Das ist wenigstens ein bisschen Trost für geschundene Seelen.

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