Kommentar zur Brexit-Vereinbarung
Scheinriese

Je mehr sich Jim Knopf und der Lokomotivführer in Michael Endes Kinderroman dem Herrn Tur Tur nähern, desto kleiner wird der Gigant. Letztlich entpuppt er sich als Scheinriese.

Samstag, 09.12.2017, 15:11 Uhr
Die britische Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
Die britische Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

So ergeht es Analysten, die sich mit der sogenannten großen Einigung zwischen London und Brüssel beschäftigen. Was zunächst als Durchbruch erschien, erweist sich bei genauem Hinsehen zumindest zum Teil als Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Von den drei zuletzt am meisten diskutierten Punkte scheint das Thema Zukunft der EU-Bürger in Großbritannien sowie der Briten in der EU noch am weitesten gediehen. Geeinigt hat man sich auch, dass Großbritannien 2019 und 2020 seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen wird. Doch was ist danach?

Am wackeligsten ist die Vereinbarung zur neuen EU-Außengrenze mit Nordirland. Sie funktioniert nur mit Sonderstatus – den aber die DUP, von der Theresa May abhängig ist, ablehnt.

Was nicht geklärt ist, wird in die zweite Verhandlungsrunde verschoben. In ihr soll es eigentlich um die künftigen Beziehungen gehen. Das allein ist schon eine Herkulesaufgabe, die sich sicher nicht als Scheinriese entpuppen wird.

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