Kommentar zu Borussia Dortmund
Wer nicht hören will, muss fühlen

Borussia Dortmund kann von Glück sagen, dass die Champions-League-Plätze noch immer in Reichweite sind. Es gilt dabei das eigene Zutun des BVB zu konstatieren: sieben Ligaspiele, sechs Siege. 21:2 Tore. Platz 1. So begann es. Aber selten war ein Saisonstart trügerischer. Bei den Anfangserfolgen blieb es, mittlerweile nähert sich das Weihnachtsfest – und das wird die gebeutelte Borussia ohne ihren bisherigen Cheftrainer begehen.

Sonntag, 10.12.2017, 21:33 Uhr aktualisiert: 10.12.2017, 21:40 Uhr
Dortmunds Trainer Peter Bosz im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid. Foto: Bernd Thissen/dpa
Dortmunds Trainer Peter Bosz im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid. Foto: Bernd Thissen/dpa

Stur sei dieser Peter Bosz, stellte kürzlich Ewald Lienen als Sky-Experte fest. Er bemängelte damit die Bockigkeit, mit der sich der holländische Fußball-Lehrer einem Wechsel zu einer weniger anfälligen Taktik verschloss. Weil er nicht hören wollte, hat Bosz nun fühlen müssen. Es waren jedoch nicht nur die 36 Gegentore in Meisterschaft und Königsklasse, die den 54-Jährigen den Job kosteten. Uninspiriert und ohne ernsthaftes Aufbäumen präsentierte sich der dramatisch abgestürzte Ex-Tabellenführer im Schicksalsspiel für den Trainer und überließ dem auswärts noch sieglosen Abstiegskandidaten Werder Bremen nahezu bereitwillig die drei Punkte.

Bestenfalls ist der armselige Auftritt durch ständig wachsende Unsicherheit und dem damit einhergehenden Verlust an fußballerischem Rüstzeug zu entschuldigen. So wurde ein letztes Mal offenkundig, was sich längst abzeichnete. Dieses Team und sein Trainer würden nicht mehr zueinanderfinden. Es bleibt das Bild vom Zerfall. Im Ergebnis dokumentieren acht Bundesliga- und sechs Champions-League-Partien ohne Sieg die Selbstdemontage.

Die Ironie der Nachfolgeregelung ist dabei nur mit Wiener Schmäh zu erfassen. Es kommt Peter Stöger, der mit dem 1. FC Köln in dieser Spielzeit von 42 möglichen Punkten 39 nicht holte. Erspart blieb ihm durch den Rauswurf zumindest die Beteiligung an einer Schneeschlacht des Grauens. Die Geißböcke nutzten gegen Freiburg eine 3:0-Führung lediglich dazu, nicht allzu hoch zu verlieren – nämlich nur 3:4. Ob ihm das schon egal ist? Sicher nicht, Stögers FC-Herz blutet schrecklich.

Fast viereinhalb Jahre war er da, beim BVB sollen es nur sechs Monate sein. Es spricht für Stöger, dass er sich als Platzhalter für wen auch immer nicht zu schade ist. Vielleicht wird doch mehr daraus. Zunächst wechselte er nur von einem Pflegefall zum anderen.

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